Klinikum plant Neubau

'Perfekte Lage': Professor Dr. Arno Deister (r.) und Werner Christiansen, Technischer Leiter des Klinikums, am Bauplatz. Foto: ehrich
"Perfekte Lage": Professor Dr. Arno Deister (r.) und Werner Christiansen, Technischer Leiter des Klinikums, am Bauplatz. Foto: ehrich

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17. März 2011, 07:27 Uhr

itzehoe | Das Klinikum Itzehoe macht Tempo, die Stadt hält mit: In einigen Monaten soll am Mecklenburger Weg der Bau einer Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie beginnen. 1,6 Millionen Euro werden investiert, die Landesregierung hat 1,16 Millionen Euro als Zuschuss bewilligt.

"Der Bedarf in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist riesig", sagte Professor Dr. Arno Deister, Leiter des Zentrums für psychosoziale Medizin am Klinikum. Die Störungen nähmen deutlich zu, die Versorgung sei zurzeit aber nicht angemessen. "Völlig überlaufen", sei die einzige niedergelassene Ärztin für diesen Bereich in Wacken. "Im Moment müssen wir dann Kinder und Jugendliche nach Elmshorn verweisen", so Deister.

Die Tagesklinik für seelisch kranke Kinder und Jugendliche werde dringend gebraucht. Denn zur Behandlung gehört, die jungen Patienten so wenig wie möglich aus ihrem Umfeld herauszureißen - wenn es nicht gerade das Problem ist. "Insofern ist die tages klinische Versorgung in vielen Fällen das Mittel der Wahl." Zwölf Plätze bekommt die neue Einrichtung. Das Klinikum wird die Tagesklinik betreiben in enger Kooperation mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Regio-Kliniken Elmshorn sowie der Kinder- und Jugendmedizin und der Erwachsenen-Psychiatrie im eigenen Haus.

Der Neubau entsteht am Mecklenburger Weg auf dem Gelände des früheren Cläre-Schmidt-Hauses. Das vierstöckige Gebäude wurde längst abgerissen - "was wir neu planen, ist nicht mal ein Viertel", sagte Architekt Uwe Mumm im Bauausschuss. Das L-förmige Gebäude wird zwei Geschosse haben, mehr erlaubt der Bebauungsplan auch nicht. Die Erweiterung um eine Praxis für einen Facharzt ist fest vorgesehen. "Einfach und zurückhaltend" wird die Tagesklinik gestaltet und bekommt neben den Therapiebereichen auch Unterrichtsräume: Die Kinder und Jugendlichen erhielten mindestens 16 Stunden in der Woche Unterricht, so Mumm.

Die Anfahrt erfolgt über den Mecklenburger Weg. Das angrenzende Teichgelände der Schwiensbek soll später Patientengarten werden und bietet die direkte Anbindung ans Haupthaus, gehört aber nicht zum Bereich des Bebauungsplanes. Diesen brachte der Ausschuss im "beschleunigten Verfahren" auf den Weg. "Ich gehe davon aus, dass im Sommer oder Herbst gebaut werden kann, wenn alles glatt läuft", sagte Stadtplanerin Doreen Höhling-Schimann. Mumm will schon den Antrag auf Baugenehmigung vorbereiten. Kommentar des Hochbauamts-Leiters Heyo Buurman: "Nur Mut!"

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