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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 14:25 Uhr

Klinikum macht 750 000 Euro Gewinn

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Krankenhausdirektor: Zuerst geht es um gute Medizin und gute Pflege, die Bezahlung steht am Schluss

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2015 | 16:04 Uhr

Die Vorgabe der Träger: eine zweistellige Rendite. Entsprechend groß ist bei manchem privaten Krankenhausträger der Druck. Im Zweifel leiden die Patienten. Das sei nicht der Weg im Klinikum Itzehoe, betonen Krankenhausdirektor Bernhard Ziegler und Zweckverbandsvorsteher Reinhold Wenzlaff. Dennoch präsentieren sie gute Zahlen für das Jahr 2014.

Der Gewinn lag bei 750  000 Euro, doch zwei Positionen sind da schon abgezogen: Drei Millionen Euro wurden für Abschreibungen erwirtschaftet, eine halbe Million Euro wurde nachträglich ausgeschüttet an die nichtärztlichen Mitarbeiter des Klinikums, die im Haustarif auf Weihnachtsgeld verzichtet haben. Trotz des guten Ergebnisses sei fleißig investiert worden, so Wenzlaff.

Das gehe in diesem Jahr weiter, zum Beispiel mit der laufenden Erweiterung des Ärzte- und Dienstleistungszentrums oder dem geplanten Bau einer Palliativstation auf der Neurologie. „Wir müssen Gewinne erwirtschaften, sonst sind wir nicht investitionsfähig“, sagt der Zweckverbandsvorsteher.

Die Rendite betrug vier Prozent. Ein gesunder Wert, wie Ziegler findet: „Der Träger verlangt nichts Unmögliches – nur Leistung, aber keine Renditen, die das Gesundheitssystem nicht hergibt.“ Dieses habe zwar mit den Fallpauschalen ein recht transparentes Verfahren für die Abrechnung, schaffe aber Mengen- und damit Fehlanreize.

Wenn ein Klinikträger hohe Erlöse erwarte, seien Führungskräfte und Chefärzte gezwungen, sich daran zu orientieren. Komme es zu „Verwerfungen“, werde eher den Kassen geglaubt, so Ziegler. Krankenhäuser würden teils pauschal kriminalisiert, neue Vorgaben entwickelt.

Eine Patentlösung hat der Krankenhausdirektor nicht, unterstreicht aber die Reihenfolge in Itzehoe: Zuerst gehe es um gute Medizin und gute Pflege, die Bezahlung stehe am Schluss. Mit besonders hoher Vergütung für spezielle Operationen fördere das System die „Rosinenpickerei“, sagt Wenzlaff. „Da stehen wir im Wettbewerb.“ Vor allem aber wolle das Klinikum für die gesamte Bevölkerung und für alles da sein – nur seien die Fallpauschalen dafür nicht besonders hoch.

Mehr als 27  000 Patienten hat das Klinikum Itzehoe im vergangenen Jahr stationär versorgt, ein Plus von vier Prozent. „Das ging im ersten Quartal ungebremst so weiter“, sagt Ziegler. Im Vergleich zu den Vorjahren sei 2014 „recht erfolgreich“ gewesen, so Wenzlaff. Auch das Seniorenzentrum Olendeel habe eine schwarze Null erwirtschaftet, „hervorragend entwickelt“ habe sich dabei die zwischenzeitlich von der Schließung bedrohte Tagespflege. Zu verdanken seien die guten Ergebnisse den Mitarbeitern in Klinikum und Olendeel – ihre Zahl hat die 2000 überschritten. Weil der Druck geringer sei als bei anderen Trägern, fänden sie ein gutes Klima vor, sagt Ziegler. Wenzlaff verweist auf Hunderte Angestellte aus dem Hamburger Bereich und stellt zufrieden fest: „Wir haben keine Personalprobleme.“

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