Itzehoe : Klinikum bleibt Dauerbaustelle

Einweihung im Herbst geplant: Der Rohbau des neuen Zentrums für Psychosoziale Medizin ist schon weit fortgeschritten.
Einweihung im Herbst geplant: Der Rohbau des neuen Zentrums für Psychosoziale Medizin ist schon weit fortgeschritten.

Die Zentren für Bildung und Psychosoziale Medizin werden 2018 fertiggestellt, der Bau von Parkhaus und Palliativstation sollen beginnen.

shz.de von
17. Januar 2018, 05:00 Uhr

Bagger, Kran und Bauarbeiter – sie werden auch 2018 das Bild rings um das Klinikum Itzehoe bestimmen. Die Bautätigkeit beim größten Arbeitgeber in der Region reißt nicht ab. Zwei Großprojekte befinden sich bereits auf der Zielgeraden: das neue Zentrum für Psychosoziale Medizin und das Integrative Bildungszentrum.

Die Fertigstellung des Integrativen Bildungszentrums ist für den Herbst 2018 geplant. Verbandsvorsteher Reinhold Wenzlaff blickt ihr voller Vorfreude entgegen: „Wir werden dann über eine der modernsten Ausbildungsstätten im Land verfügen, um Jugendlichen sowie Erwachsenen optimale Möglichkeiten zum Erlernen eines Berufes oder zum Wiedereinstieg in das Berufsleben zu ermöglichen.“ Damit werde das Klinikum „einen großen Schritt in Richtung Fachkräftewerbung“ unternehmen. In dem 6 Millionen Euro teuren Bau kann nicht nur die Krankenpflegeschule ihr Angebot in der Kinderkrankenpflege ausbauen, sondern es wird auch das Simulationstraining erweitert und ein Bildungsangebot für Flüchtlinge geschaffen.

Das neue Zentrum für Psychosoziale Medizin ist mit Baukosten von 18,4 Millionen Euro das größte Bauprojekt seit der Entstehung des Klinikums. Die Einweihung ist ebenfalls für den kommenden Herbst geplant. Es ist das erste Gebäude einer Akutklinik für Psychiatrie, das ohne klassische Stationen auskommt. Verbandsvorsteher Wenzlaff freut sich nicht nur über den modernen Neubau, sondern auch über den Platz, der dadurch im Haupthaus frei wird: „Wir wollen nach dem Umzug mit Hochdruck an der Modernisierung der alten Räume arbeiten, um zusätzliche Bettenkapazitäten für das notorisch überlastete Haus zu schaffen.“

Von einer Maßnahme, die damit zusammenhängt, wird die Öffentlichkeit nicht viel sehen: Als Verbindung zwischen Neubau und Haupthaus entsteht ein Tunnel, der als Versorgungsgang sowie für Patiententransporte dient. Der Baubeginn steht unmittelbar bevor.

Eine Erleichterung für Besucher und Mitarbeiter gleichermaßen verspricht das Parkhaus, mit dessen Bau noch im Januar begonnen wird. Fertigstellung ist in dem Fall für den Spätherbst angepeilt. Der fünfgeschossige Bau auf Höhe des Schüler- und Personalwohnheims bietet dann Platz für fast 700 Autos. Um die Situation während der Bauzeit zu entspannen, wurde für Mitarbeiter der Schotterparkplatz gegenüber des Haupteingangs erweitert. Besucher können auf die Plätze entlang der Robert-Koch-Straße ausweichen.

Auf dem Außengelände der heutigen Psychiatrie wird im Frühjahr mit dem Bau einer Palliativstation begonnen. Dort wird die umfassende Versorgung von Patienten geleistet, deren Heilung nicht mehr möglich ist. Bei den Kosten in Höhe von knapp 3 Millionen Euro wird das Klinikum vom Land unterstützt. Die Fertigstellung ist für Anfang 2019 geplant.

„Wir bauen, um zukunftsfähig zu bleiben“, betont Krankenhausdirektor Bernhard Ziegler. Einerseits stiegen die Patientenzahlen seit geraumer Zeit um zwei bis vier Prozent jährlich. Inzwischen werden rund 31.000 stationäre und 36.000 ambulante Patienten behandelt, damit sei das Klinikum Itzehoe der drittgrößte Standort in Schleswig-Holstein. Und für die steigende Auslastung muss mehr Platzkapazität geschaffen werden. Andererseits werde das Leistungsspektrum laufend modernisiert und erweitert – und auch das benötigt Fläche.

Ein solches neues Angebot ist das Patienten-Informationszentrum (PIZ), das im Februar im Ärzte- und Dienstleistungszentrum direkt neben dem Haupteingang des Klinikums eröffnet. „Dort werden unter anderem pflegerische Angebote vermittelt und Angehörige geschult“, erklärt Pflegedirektor Michael Müller. Zugleich können sich Patienten, Angehörige und Interessierte dort über das medizinische und pflegerische Leistungsspektrum des Klinikums Itzehoe informieren. Und nicht zuletzt handelt es sich um eine Servicestelle für demenziell Erkrankte und Patienten mit kognitiven Einschränkungen – ein weiterer Baustein auf dem Weg des Klinikums zum demenzsensiblen Krankenhaus.

Die Einführung der elektronischen Patientenakte wird darüber hinaus bis Mitte des Jahres in allen zehn Kliniken des Itzehoer Krankenhauses abgeschlossen sein. „Das, was woanders noch diskutiert wird, ist dann bei uns schon erledigt“, sagt der Ärztliche Direktor Michael Kappus. Die Akte aus Papier hat ausgedient, stattdessen sind alle Informationen jederzeit schnell verfügbar. „Dies eröffnet ganz neue Möglichkeiten“, so Kappus. So könne mittels Tablet zum Beispiel Patienten direkt am Krankenbett ein Röntgenbild gezeigt werden, um etwas zu erklären.

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