Kliniken erwirtschaften Überschuss

Mit dem Umbau der Brunsbütteler Klinik in ein Integriertes Versorgungszentrum entstand in der neuen Notaufnahme der so genannte Schockraum.
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Mit dem Umbau der Brunsbütteler Klinik in ein Integriertes Versorgungszentrum entstand in der neuen Notaufnahme der so genannte Schockraum.

WKK investiert neun Millionen Euro in die Krankenhäuser Heide und Brunsbüttel / Zukunft der Klinikchefin offen

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06. Juni 2018, 16:50 Uhr

Finanziell stehen beide Häuser der Westküstenklinik in Heide und Brunsbüttel gut da. Im vorigen Jahr erwirtschaftete das WKK – Träger ist der Kreis Dithmarschen – einen Überschuss von 2,05 Millionen Euro bei einem Umsatz von 152 Millionen Euro. Getrübt wird die Bilanz lediglich dadurch, dass die Kreispolitik offenbar den im kommenden Jahr auslaufenden Vertrag mit Geschäftsführerin Anke Lasserre nicht verlängern will.

„Positive Erträge auf einem hohen nachhaltigen Niveau sind auch und gerade für ein kommunales Haus ohne einen finanzstarken Investor im Rücken von besonderer Bedeutung“, sagt die Klinikchefin. „Denn ein Über-schuss sichert uns nicht nur die hohe Investitionskraft, um Medizintechnik und Gebäude an zwei Standorten auf dem neuesten Stand zu halten. Wir haben durch das Plus auch die Luft, unsere Wettbewerbsfähigkeit durch gezielte Investitionen in das Personal wie zum Beispiel der Ausbildung eigener Hebammen oder Kinderkrankenpflegekräfte zu erhalten.“

In Gebäude und Medizintechnik investierten die Westküstenkliniken rund neun Millionen Euro. Ein Großteil davon floss in den Umbau des Krankenhauses in Brunsbüttel. Dort entsteht für insgesamt knapp 20 Millionen Euro ein Integriertes Versorgungszentrum – bundesweit ein Vorzeigemodell. Mit dem IVZ soll der Klinikbetrieb in der Schleusenstadt auf wirtschaftlich gesunde Füße gestellt werden. Dazu werden unter anderem die Leistunmgen von Klinik und niedergelassenen Fachärzten eng miteinander verzahnt. Bestimte Aufgaben wie aufwändige Operatione wurden nach Heide abgegeben. Ende des Jahres sollen die Umbauarbeiten , an denen das Land und Krankenkassen als Kostenträger finaziell beteiligt sind, abgeschlossen sein.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr an beiden Standorten in Brunsbüttel und Heide 30 900 Patienten stationär und weitere 38 000 ambulant behandelt. Angesichts der positiven Zahlen warnt Anke Lasserre aber davor, die Risiken des Krankenhausgeschäfts aus dem Blick zu verlieren. „Komplexe politische Rahmenbedingungen und externe Faktoren wie der zunehmende Mangel an Fachkräften stellen die Krankenhäuser in Zukunft auch finanziell vor Herausforderungen“, warnt die Geschäftsführerin. „Wir reagieren darauf durch strategische Investitionen in Personal und Infrastruktur. Gleichwohl bleibt der wirtschaftliche Druck auf die Kliniken hoch.“

Noch jedoch scheinen die Westküstenkliniken kein Personalproblem zu haben. Neben zusätzlichen Ausbildungsstellen für die Hebammen stellten die Westküstenkliniken auch 43 neue Fachkräfte ein. Die Zahl der Beschäftigten stieg damit binnen Jahresfrist auf 2445 Frauen und Männer an. Damit sind die Westküstenkliniken gemessen an der Zahl der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach dem UKSH das zweitgrößte Klinikunternehmen in Schleswig-Holstein.

Bleibt noch die Personalie Lasserre. Nach einem Bericht der Dithmarscher Landeszeitung wollen Hauptausschuss und Aufsichtsrat den Vertrag mit der Klinikchefin nicht verlängern. Im Westküstenklinikum wird dazu geschwiegen. Pressesprecher Sebastian Kimstädt sagte gestern: „Wir kommentieren das nicht.“


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