Kasernengelände : Klinikbau verzögert sich

In sechs Wochen könnten die Arbeiten auf dem Klinikgelände beginnen.
In sechs Wochen könnten die Arbeiten auf dem Klinikgelände beginnen.

Eine erneute Auslegung ist erforderlich – Sondersitzung der Kellinghusener Ratsversammlung am 7. August.

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10. Juli 2014, 17:01 Uhr

Eigentlich wollte die Ratsversammlung die endgültige Fassung für den Bebauungsplan ehemalige Liliencronkaserne absegnen. Der Rethwischer Investor Matin Abdul Tatari steht seit langem in den Startlöchern, um die Kasernengebäude in eine Klinik für Privatpatienten umzubauen. Doch das Kieler Innenministerium sorgte kurzfristig für eine Verzögerung: Jetzt muss der Plan noch einmal für einen Monat ausgelegt werden, erst dann kann der Rat seine Zustimmung geben. Damit es danach keine weiteren Verzögerungen gibt, hat Bürgermeister Axel Pietsch (BFK) die Kommunalpolitiker in der Sommerpause zu einer Extra-Sitzung gebeten – am 7. August.

Normalerweise schien bereits alles unter Dach und Fach, alle so genannten Träger öffentlicher Belange hatten zwischen 7. April und 7. Mai ihre erforderlichen Anregungen und Bedenken eingebracht. Erst drei Wochen später trudelte dann noch ein Schreiben des Innenministeriums ein, in dem die Stadt aufgefordert wurde, in den Plan noch bestimmte textliche Änderung – die aber keine Auswirkungen auf den Plan hatten – aufzunehmen. Dies macht jedoch eine erneute Auslegung (einen Monat) notwendig. Noch im Bauausschuss hatte die Politiker auf Anraten des betreuenden Ingenieurbüros mehrheitlich dagegen gestimmt. „Dann hat sich die Verwaltung aber noch mal mit der juristischen Seite befasst“, betonte Ausschussvorsitzender Hans-Jörg Krützfeldt (CDU). Und die Beamten erkannten, dass der ursprüngliche gefasste Beschluss des Bauausschuss sich nicht mit dem Baugesetzbuch deckt. „Und dem Baugesetzbuch müssen wir folgen, wir können es nicht interpretieren“, so der CDU-Politiker.

Für den Investor dauert die gesamte Genehmigung sowieso schon viel zu lange, wie Tatari zuvor bei einer Einwohnerversammlung erklärt hatte. „Seit einem Jahr bemühe ich mich, in der Kaserne etwas zu bewegen.“ Da er noch nicht bauen durfte, habe er das Gelände sauber gehalten sowie Instand- und Unterhaltungsarbeiten vorgenommen. Auch Pumpen und Wasserleitungen seien repariert worden.

Die ersten Baugenehmigungen seien auch gestellt worden, denn er hoffe, bald loslegen zu können. Die bereits vorgestellten Pläne für die Klinik mit Reha-Einrichtungen sollen nach seinen Worten auch umgesetzt werden, allerdings mit einer Änderung. Der Umbau des ehemaligen Offizierscasinos zu einer Operationszentrale ist aus Platzgründen und aus finanzieller Sicht nicht möglich, deshalb plant Tatari den Neubau eines Gebäudes mit zwei OP-Sälen auf der gegenüberliegenden Seite, wo auch die künftigen Stationshäuser stehen. Im Offizierscasino werden die Ärzte wohnen.

Der Unternehmer, der das Klinik-Projekt zusammen mit einem Partner aus Saudi-Arabien plant und überwiegend auf Patienten aus dem Nahen Osten setzt, hofft, dass jetzt im Frühjahr 2015 die ersten Patienten kommen können. „Insgesamt peilen wir 2400 Patienten pro Jahr an.“

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