Westküstenklinikum : Klinik-Umbau in vier Jahren

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Im WKK Brunsbüttel beginnt im neuen Jahr der Weg in eine finanziell stabilere Zukunft. Das Haus wird bis 2019 völlig neu aufgestellt. 9,7 Millionen Euro wird dies kosten.

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10. Dezember 2014, 17:06 Uhr

Im Westküstenklinikum stehen die Zeichen auf Umbau. Das machten Geschäftsführerin Dr. Anke Lasserre und Ärztlicher Direktor Dr. Johannes Geisthövel im Rahmen der Reihe „CDU im Gespräch“ deutlich.

Das Krankenhaus wurde im Zuge der Bauarbeiten des Kaiser-Wilhelm-Kanals im Jahr 1900 errichtet, 1919 von Brunsbüttel erworben und 1970 für rund 40 Millionen DM umgebaut. Jetzt steht eine besondere Herausforderung an: Das Haus soll zukunftsfähig gemacht werden und finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen können. Bis 2018 zahlen die Krankenkassen einen Sicherstellungszuschlag. Ab 2019 soll das Westküstenklinikum Brunsbüttel schließlich dauerhaft eigenständig und zuschlagsfrei arbeiten. Damit dies funktioniert, wurde ein umfassendes Konzept entwickelt, das in den kommenden Jahren zur Umsetzung kommt.

„Wir haben jetzt vier Jahre Zeit, dieses Konzept, welches rund 9,7 Millionen Euro kosten wird und eine Verschmelzung der ambulanten und stationären Versorgung vorsieht, umzusetzen“, fasste Dr. Anke Lasserre die Situation zusammen.

Im nächsten Jahr soll mit der Errichtung eines Erweiterungsbaus begonnen werden. Der wird sich über vier Etagen erstrecken. Während das Erdgeschoss nahezu unverändert bleiben wird, ist für das erste Obergeschoss die Einrichtung einer Notaufnahme mit sämtlichen dafür erforderlichen, medizinischen Behandlungsräumen sowie einer Aufnahmestation geplant. Im zweiten und dritten Obergeschoss werden jeweils fachabteilungsübergreifende Stationen mit je 42 Betten eingerichtet. Das vierte Obergeschoss wird eine interdisziplinäre Praxisabteilung mit gemeinsam genutztem Empfang und Warteräumen beherbergen.

Das WKK nimmt künftig neben einer Geriatrie mit 25 Planbetten auch eine Station mit 42 Planbetten für die Innere- und Palliativ-Medizin sowie 17 Planbetten für die Chirurgie, Orthopädie und Urologie auf. Gerechnet wird in diesen Bereichen mit über 5400 stationären Behandlungen im Jahr. Ferner stehen 26 flexible Betten für die interdisziplinäre Notaufnahme, zentrale Aufnahmestation und für Intermediate Care zur Verfügung. Hinzu kommen weitere Plätze für die Unterbringung von Patienten in den Tageskliniken.

„Eine Intensivstation, auf der Patienten über einen längeren Zeitraum medizinisch überwacht und versorgt werden können, wird das WKK Brunsbüttel künftig nicht mehr vorhalten“, so Dr. Anke Lasserre. „Notwendige Notoperationen, die das unmittelbare Leben eines Menschen sichern, werden selbstverständliche weiter in dem Krankenhaus der Schleusenstadt durchgeführt“, ergänzte der Ärztliche Direktor Dr. Johannes Geisthövel. Die Klinik ist weiterhin mit dem Netz des Rettungsdienstes verflochten und so werden auch künftig über 3500 Patienten pro Jahr mit dem Rettungswagen ins Brunsbütteler Klinikum gebracht. Patienten, die intensivstationär untergebracht werden müssen, werden an das WKK in Heide überstellt.

Die Einrichtung der interdisziplinären Praxisabteilung sorgt bei einigen niedergelassenen Ärzten derzeit schon noch für etwas Unbehagen“, ist sich Lasserre bewusst. Erste Gespräche über unterschiedliche Kooperationsmöglichkeiten hat es bereits gegeben. „Wir möchten nicht in Konkurrenz, sondern gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten eine gebündelte Versorgung anbieten“, unterstrich Anke Lasserre das Ziel.

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