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einwände : Klinik-Projekt: Skepsis in der Kreisstadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gesundheitszentrum in Kellinghusen stößt auf Vorbehalte in Itzehoe. Investor und Klinikum Itzehoe wollen Kooperation.

von
erstellt am 12.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Eine Klinik für ausländische Patienten auf dem Gelände der ehemaligen Liliencron-Kaserne – diese Pläne des Investors Abdul Matin Tatari unterstützt die Stadt Kellinghusen. Die Kreisstadt aber meldet Vorbehalte an. Und das Klinikum Itzehoe will kooperieren, aber nur unter Bedingungen.

Fast 19 Hektar umfasst das geplante Sondergebiet „Gesundheitszentrum“. Im Planungsverfahren hatte nun die Stadt Itzehoe eine Stellungnahme abzugeben – und die fiel negativ aus. Denn Kellinghusen ist als Unterzentrum eingestuft, und ein solches habe eigentlich nur den so genannten Grundbedarf sicherzustellen, erläuterte jüngst Bauamtsleiterin Bettina Bühse dem Bauausschuss der Kreisstadt. Itzehoe dagegen hat als Mittelzentrum andere Aufgaben zu erfüllen. So beruft die Stadt sich zum Beispiel auf ihre „zentrale Versorgungsfunktion im Bereich der Gesundheitseinrichtungen“. Daher werde durch das Kellinghusener Vorhaben die durch die Landesplanung zugewiesene Funktion der Stadt beeinträchtigt. Sorgen macht der Stadt auch „die Konkurrenzsituation zum Klinikum Itzehoe und zu dessen Erweiterungsabsichten“.

Die Stellungnahme der Kreisstadt ist der erste Schritt in der Beteiligung. Im weiteren Verfahren muss die Stadt Kellinghusen nun abwägen, wie sie damit umgeht. Zumindest möglich ist auch eine Klage der Kreisstadt, ähnlich dem erfolglosen Vorgehen Rendsburgs gegen das Designer Outlet Centrum in Neumünster. Um überhaupt klagen zu können, war die aktuelle negative Stellungnahme Voraussetzung.

Doch Kellinghusens Bürgermeister Axel Pietsch sucht das Gespräch mit seinem Itzehoer Kollegen Dr. Andreas Koeppen. Letzterer sagt derzeit mit Hinweis auf das laufende Verfahren nichts, während Pietsch als Ziel nennt, die Kommunikation zu „schärfen“. Bedenken hätten ihren Ursprung oft in mangelnder Detailkenntnis, deshalb wolle er gern aufklären, dass die Privatklinik in Kellinghusen keine Konkurrenzveranstaltung werden solle. Tatari sei in öffentlichen Veranstaltungen gefragt worden, ob die Klinik auch Privatpatienten aus Deutschland aufnehmen werde. „Dazu muss er natürlich Ja sagen“, erklärt Pietsch. Aber sie würden nicht gezielt akquiriert.

Tatari selbst betont: „Unsere Patienten kommen aus dem Ausland. Das war unser Ziel von Anfang an, und es bleibt dabei.“ Diese Zielgruppe berge ein „Riesen-Potenzial“, meint auch Bernhard Ziegler, Krankenhausdirektor am Klinikum Itzehoe. Es gebe eine klare mündliche Regelung mit Tatari: Es solle kein qualifiziertes Personal aus Itzehoe abgeworden werden, und er solle sich nicht um inländische Privatpatienten kümmern. „Das wollen wir schon machen“, sagt Ziegler. „Unter diesen Maßgaben sind wir bereit, mit ihm zu kooperieren.“ Das wiederum sei eine Frage der Kapazitäten im Klinikum Itzehoe: „Da müssen wir schon Prioritäten setzen.“

Zum Thema Mitarbeiter bezieht Tatari klar Stellung: „Wir haben genug Personal und brauchen kein Personal von Mitbewerbern.“ Das Gesundheitszentrum werde beispielsweise bei Patienten, die nicht selbst behandelt werden könnten, auf eine Kooperation mit dem Klinikum angewiesen sein – „wenn man zusammenarbeiten will, muss man fair miteinander umgehen“.

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