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Krankenhaus vor dem Verkauf : Klinik bald in arabischer Hand ?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Klinikum Itzehoe will die Stadtklinik in Glückstadt verkaufen. Denkbar ist eine private Klinik für arabische Patienten. Laut Krankenhausdirektor Bernhard Ziegler sollen die Praxen innerhalb der Klinik aber noch mindestens eineinhalb Jahre Bestand haben.

Wird die Stadtklinik zu einem privaten Krankenhaus für Patienten aus arabischen Ländern? Diese Frage steht derzeit im Raum. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es entsprechende Interessenten, die die Stadtklinik kaufen und umwandeln wollen. Krankenhausdirektor Bernhard Ziegler schweigt zu diesem Thema. Er will sich dazu nicht äußern.

Nur so viel verrät er: Es gibt potentielle Käufer. „Darüber sind die Mitarbeiter auch informiert worden“, sagt Ziegler. Hintergrund für einen möglichen Verkauf sei: Erhebliche Teile des Glückstädter Krankenhauses können wirtschaftlich nicht sinnvoll genutzt werden.

Auch die Patienten werden derzeit schriftlich informiert. Ihnen wird mitgeteilt, dass es für ambulante Patienten zunächst keine Veränderungen gibt. Es sei vorgesehen, dass alle Praxen die zum Klinikum gehören, „noch mindestens eineinhalb Jahre in der Stadtklinik am selben Standort wie jetzt verbleiben“. Gemeint sind unter anderem die HNO-Praxis, die chirurgische und die orthopädische. Ziegler: „Auch ambulante Operationen sollen in der Stadtklinik weiterhin im bisherigen Umfang durchgeführt werden.“ Für die Patienten, die zurzeit stationär untergebracht seien, werde in absehbarer Zeit eine alternative Versorgungsmöglichkeit gefunden.

Das Itzehoer Klinikum hat 2007 hat das Krankenhaus von der Paracelsus-Gruppe gekauft und in „Stadtklinik“ umbenannt. Das Grundstück gehörte seit vielen Jahrzehnten der Stadt Glückstadt. Diese hatte es dem Klinikum Itzehoe in Folge verkauft.

Bürgermeister Gerhard Blasberg: „Die Stadt hat damals in zwei Punkten ihre Einflussmöglichkeit aufgeben müssen.“ Das Grundstück sei nicht entscheidend gewesen. „Relevant war die Verpflichtung mit Paracelsus, dass diese die Grundversorgung sicherzustellen hatte.“ Diese Verpflichtung gab es nach dem Verkauf nicht mehr. „Dies wurde damals einstimmig in der Politik beschlossen.“ Ansonsten hätte der Zweckverband, zu dem das Klinikum Itzehoe gehört, nicht gekauft.

Woran Blasberg jetzt ein hohes Interesse hat: Dass die Praxen in Glückstadt erhalten bleiben. Und die Glückstädter keine „deutlich längeren Wege“ nach Itzehoe oder Elmshorn in Kauf nehmen müssen. Er habe die Zusicherung aus der Kreispolitik bekommen, dass es eine entsprechende Lösung für Praxen geben werde, sollte die Stadtklinik verkauft werden. „Die Praxen sind das A und O. Die medizinische Versorgung ist für Glückstadt entscheidend.“

Das Thema Privatklinik ist für ihn weniger entscheidend. Dass solch ein Krankenhaus für Glückstadt eine wirtschaftliche Einnahme bringt, sehe er eher skeptisch. Positiv könnte sein, dass dadurch Arbeitsplätze erhalten bleiben.

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erstellt am 30.Aug.2013 | 17:37 Uhr

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