Itzehoe : Klinik-Akademie endlich eröffnet

Rundgang mit Minister: Heiner Garg (2. v. re.) bekommt die modernen Schulungsräume präsentiert.
Rundgang mit Minister: Heiner Garg (2. v. re.) bekommt die modernen Schulungsräume präsentiert.

Acht Jahre nach der ersten Planung ist der Sechs-Millionen-Euro-Neubau am Krankenhaus Itzehoe fertig.

Andreas Olbertz. von
27. November 2018, 10:57 Uhr

Itzehoe | Da machten die Besucher große Augen und nickten anerkennend. Dienstag ist die „Klinikum Itzehoe Akademie“ eröffnet worden – ein Schmuckstück und Leuchtturmprojekt in der Region. „Bislang hieß es ja ‚Bildungszentrum‘“, sagte Krankenhausdirektor Bernhard Ziegler bei der Begrüßung, „aber wir fanden ‚Akademie‘ macht mehr her.“

Zu den Gästen gehörte auch Landesgesundheitsminister Heiner Garg (FDP). Die Terminplanung mit ihm muss dem Klinikchef einige Schweißperlen auf die Stirn getrieben haben, als er erfuhr, dass der Minister bis März ausgebucht sei. „Dass Sie trotzdem heute hier sind, zeigt, dass Sie Prioritäten setzen“, sagte Ziegler in Richtung des Politikers. Der nahm den Ball gerne auf. „In Wahrheit sind wir schon in der Terminplanung für 2020“, so Garg. Der Ministerbesuch kommt natürlich nicht von ungefähr. Mit 4,5 Millionen Euro hat Kiel den Neubau gefördert, zwei Millionen kamen vom Klinikum. „Und wir haben Weiteres vor am Klinikum Itzehoe“, machte Heiner Garg deutlich: „Man sieht ja, dass hier eine ganze Menge passiert.“ 15,4 Millionen Euro weitere Fördermittel sind zugesagt. Schließlich sei das Krankenhaus auch ein „starker Partner in der medizinischen Versorgung der Region“. Damit das auch in Zukunft so bleibt, muss eine gute Ausbildung in den Pflegeberufen gewährleistet sein. Die Akademie ist dafür ein wichtiger Baustein. Garg: „Das Thema darf nicht nur durch die ökonomische Brille betrachtet werden. Es muss mehr passieren als nur warme Worte.“

So eine Schule hätte ich früher auch gerne gehabt. Das ist gut investiertes Geld. Heiner Garg, Gesundheitsminister

Auf 1700 Quadratmetern Nutzfläche sind 42 Räume entstanden. Die beiden bisherigen Ausbildungsstandorte werden jetzt an der Klinik zusammengefasst und sogar noch ausgebaut. „Wir werden zukünftig zwei Mal im Jahr einschulen“, versprach Verbandsvorsteher Reinhold Wenzlaff. Weitere Ausbildungsgänge werden angestrebt und eine Verzahnung mit dem Regionalen Berufsbildungszentrum ist ebenfalls geplant. Das Haus bietet aktuellste digitale Ausbildungsmöglichkeiten. In Simulationsräumen können an Puppen die unterschiedlichsten Krankheiten dargestellt werden. Ein als Hörsaal angelegter Vortragsraum fehlt ebensowenig wie ein gemütlicher Aufenthaltsbereich. Das Gebäude soll auch für Veranstaltungen und Fortbildungen genutzt werden.

„Wir müssen junge Menschen frühzeitig an unser Haus, an den Standort binden“, sagte Wenzlaff. „Wer erst mal weg ist, kommt meistens erst wieder, wenn er alt ist und einen Job hat.“ Der Verbandsvorsteher erinnerte daran, dass die ersten Konzepte für das Projekt im Winter 2010 erstellt wurden. Im Sommer 2016 gab es die Zusage aus Kiel und in der „Rekordzeit von 15 Monaten“ sei der Bau errichtet worden.

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