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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 16:42 Uhr

Itzehoe : Klemens-Kirche soll Hospiz werden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die katholische Gemeinde Itzehoe kann das Gotteshaus in Edendorf nicht mehr unterhalten. Für ein Hospiz sei die Kirche wie gemacht.

von
erstellt am 18.Okt.2015 | 08:02 Uhr

Sie ist beliebter Ort für Hochzeiten und Gemeindefeste: Jetzt will die katholische Gemeinde ihre Kirche St. Klemens in Edendorf aufgeben. „Wir trennen uns nur schweren Herzens von diesem Gotteshaus“, sagt Martin Kayenburg, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands. „Aber wir haben immer weniger Gottesdienstbesucher und immer weniger Priester, so dass wir zu diesem Schritt gezwungen sind.“ Zwei Kirchen – der Gemeinde gehört ein weiteres Gotteshaus an der Hindenburgstraße – könne man auf Dauer nicht unterhalten.

„Es ist schade, dass diese Kirche aufgegeben wird“, sagt Gemeindemitglied Helmut Reich, der alle zwei Wochen zum Marktcafé herkommt. Er könne sich noch gut an den Bau der Kirche erinnern, für den die wachsende Gemeinde damals hart gekämpft habe. Das war 1971, als der Stadtteil Edendorf frisch eingemeindet war und zahlreiche Bundeswehrsoldaten zur katholischen Gemeinde gehörten. Heute kommen zu den Vorabendmessen, die in St. Klemens regelmäßig am Sonnabend stattfinden, durchschnittlich noch etwa 60 Besucher, die auf den rund 150 Plätze sitzen.

Weil direkt an den Kirchenbau ein Gemeindezentrum mit großem Saal angegliedert ist, ist die Stätte für Veranstaltungen gefragt. Außerdem gehören zwei Wohnungen und ein rund 8800 Quadratmeter großes Grundstück zu dem Komplex. Allein diese Fläche ist nach Schätzungen des Kirchenvorstands 900  000 Euro wert. „Der Preis für das Gebäude ist Verhandlungssache“, sagt Martin Kayenburg.

Einen Nachnutzer zu finden, war für die Gemeinde nicht schwierig. Das Klinikum und ein Bestattungsunternehmer hätten Interesse signalisiert. Die Wahl des Kirchenvorstands fiel allerdings auf den Hospizverein. „Es steht in unserer Satzung, dass wir die Errichtung eines stationären Hospizes in Itzehoe voranbringen“, sagt dessen Vorsitzender Rüdiger Blaschke. „St. Klemens wäre wie gemacht dafür.“ Aus seiner Sicht ist nicht nur das Gebäude, sondern auch die Lage optimal: „Die Umgebung ist landschaftlich schön, die verkehrliche Anbindung gut und das Klinikum liegt in unmittelbarer Nähe.“ Er sei bereits im Gespräch mit mehren sozialen Trägern. Der Verein selbst werde nicht die Trägerschaft übernehmen. „Wir verstehen uns nur als Bindeglied und vermitteln.“

Konkret könnte ein Hospiz mit zwölf Plätzen auf dem Grundstück entstehen. Die Kirche könne als Abschiedsraum erhalten bleiben „Dort muss nicht viel verändert werden.“ Das Gemeindezentrum müsse um einen Bettentrakt erweitert werden, für den das Grundstück genügend Platz böte. Ob die Immobilie am Ende einem sozialen Träger verkauft oder beispielsweise durch einen Erbbaurechtsvertrag zur Nutzung überlassen wird, ist noch offen.

Den endgültigen Beschluss, ob aus St. Klemens wirklich ein Hospiz wird, fällt das Erzbistum Hamburg. „Wir bemühen uns, über die Genehmigung so schnell wie möglich zu entscheiden“, teilt Manfred Nielen, der Sprecher des Erzbistums mit. Einen konkreten Zeitpunkt könne er jedoch noch nicht nennen.

Martin Kayenburg hofft auf eine positive Entscheidung: „Denn eine Nutzung als Hospiz wäre ein angemessener Verwendungszweck im christlichen Sinne.“

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