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Freie Gärten : Kleingärtnern ist Lebenseinstellung

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Wilsteraner Verein sucht Interessierte, die gerne eine der grünen Parzellen pachten und bearbeiten möchten.

„Garten zu vermieten!“ – 15 der insgesamt 90 Parzellen, auf dem rund 4 Hektar großen Vereinsgelände des Kleingärtnervereins Wilster von 1920 stehen derzeit leer. Für die jeweils etwa 400 Quadratmeter großen Gärten sucht der Verein neue Pächter. Die Jahresmiete beträgt 160 Euro. Darin enthalten sind neben der Pacht für die Fläche der Mitgliedsbeitrag sowie das Wassergeld für den Garten. Nur die Kosten für den verbrauchten Strom kommen noch hinzu. „Wer nicht gleich mit solch einem großen Garten beginnen möchte, hat die Möglichkeit, zunächst einen so genannten Schnuppergarten zu pachten“, sagt der Vereinsvorsitzende Heinz-Jürgen Schulz.

Am 10. Mai erhält der Kleingärtnerverein aus der Marschenstadt in Kappeln eine Ehrung des schleswig-holsteinischen Landesverbandes der Gartenfreunde. Als Sieger des Landeswettbewerbes 2013 qualifizierte sich die Anlage an der Wilster Au mit ihren gepflegten Grünanlagen, den Biotopen, die einer bunten Vielfalt an Tieren naturnahe Lebensräume bieten, einer Obstwiese sowie zahlreichen Sitzecken zum wiederholten Mal für den Bundeswettbewerb. Dieser findet in diesem Jahr bereits zum 23. Mal statt und steht unter dem Motto „Gärten im Städtebau“. Lediglich 30 Kleingärtnervereine aus 27 Städten und Gemeinden qualifizierten sich für den diesjährigen Wettbewerb auf Bundesebene.

„Kleingärtnern ist in gewisser Weise so etwas wie eine Lebenseinstellung“, äußert der stellvertretende Vorsitzende Jochen Niemann. Es sei die Liebe zur Natur, zur körperlichen Betätigung im Freien, aber auch das Interesse am Miteinander und Austausch mit anderen Menschen, die den Kleingärtner prägten. Doch die Zahl der Kleingärtner in der Marschenstadt hat in den zurückliegenden Jahren einen kleinen Einbruch erfahren. Wurden vor einigen Jahren noch 106 Parzellen vom Kleingärtnerverein Wilster zur Miete angeboten, wurde die Zahl der Pachtflächen aufgrund rückläufiger Mitgliederzahlen auf 90 reduziert. Die frei gewordenen Flächen wurden zu Biotopen oder Obstwiesen umgestaltet und verleihen der Anlage einen ganz besonderen Charme. „Wir wollen die Zahl der Parzellen in diesem Umfang, wie wir ihn jetzt haben, gerne erhalten“, betont Heinz-Jürgen Schulz. Daher werden Pächter für die Freiflächen gesucht.

Derzeit zählt der Verein 81 Mitglieder. Diese setzten sich aus sowohl aus weiblichen und männlichen Singles als auch Paaren aus allen Gesellschaftsschichten und jeglichen Altersgruppen zusammen. „Bei uns ist jeder herzlich willkommen“, betont der Vorsitzende.

Galten früher noch ganz strenge Regeln, was die Dreiteilung der Gartenfläche in einen Obst- und Gemüsebereich, Erholungsfläche mit Rasen und einen bebauten Raum anbelangt, hat sich dies deutlich gelockert. „Natürlich ist es wünschenswert, dass die Gartenpächter auch ein paar kleine Beete anlegen“, so Schulz. Doch die Dreiteilung der Fläche werde schon seit Längerem nicht mehr kontrolliert. Lediglich bei der Größe der überdachten Flächen dürfen die vorgegebenen 24 Quadratmeter nicht überschritten werden. „Das ist eine Regelung aus dem Bundeskleingartengesetz, an die wir uns halten müssen“, fügt er hinzu.

Zur Förderung der Gemeinschaft bietet der Verein zahlreiche Aktivitäten an. Neben dem Angrillen im Februar und dem Maifeuer stehen ein Sommerfest oder eine Fahrradtour auf dem Programm. In diesem Jahr plant der Verein, erstmals einen Apfeltag nicht nur für Vereinsmitglieder auszurichten. „Wir würden gerne eine mobile Mosterei kommen lassen. Wer seine Äpfel voraussichtlich im September bei uns mosten lassen möchte, darf sich gerne jetzt schon bei uns melden. Das schafft ein wenig Planungssicherheit“, so Jochen Niemann.
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Weitere Informationen gibt es jeden Donnerstag von 19 bis 20 Uhr im Gemeinschaftshaus an der Schweinsbrücke.


















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