Judo in Glückstadt : Kleines Mädchen ganz groß

Bezirks- und Landesmeisterin Antonia Ungureanu (Mitte, kniend) – hier zusammen mit Trainer Heinz Grobys und Mitgliedern der ETSV-Judoabteilung.
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Bezirks- und Landesmeisterin Antonia Ungureanu (Mitte, kniend) – hier zusammen mit Trainer Heinz Grobys und Mitgliedern der ETSV-Judoabteilung.

Die Glückstädterin Antonia Ungureanu ist Bezirks- und Landesmeisterin bei den Judoka.

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09. Juli 2015, 12:30 Uhr

Sie betreibt den Judo-Sport erst seit einem dreiviertel Jahr und feierte doch schon außergewöhnliche Erfolge innerhalb ihrer noch jungen Karriere im ETSV Fortuna Glückstadt: Antonia Ungureanu (11) wurde in Nahe/Kreis Segeberg Bezirksmeisterin in der U12, und in derselben Altersklasse sicherte sie sich in Tarp/Kreis Schleswig-Flensburg den Landesmeistertitel.

Bei ihrem dritten Auftritt als Wettkämpferin hatte die von Heinz Grobys trainierte Schülerin ebenfalls Erfolg: Im Rahmen des Dithmarschen-Cups erkämpfte sie sich in Linden Platz zwei: „Mehr Wettkämpfe habe ich noch nicht gemacht“, berichtete Antonia Ungureanu im Gespräch mit unserer Zeitung.

Zum Judo gekommen sei sie durch den Rat ihrer Mutter, Ioana Ungureanu (28). Die ehemalige Karate-Sportlerin mit rumänischen Wurzeln entdeckte nach der Anmeldung ihrer in Berlin geborenen Tochter in der Bürgerschule ein Plakat, das auf die Judo-Abteilung im ETSV hinwies und für den Beitritt warb. So animiert, meldete Ioana Ungureanu ihre Tochter im Sportverein an. Das war im Herbst des vergangenen Jahres.

Seitdem trainiert die Elfjährige fleißig in der Gruppe mit: Dreimal pro Woche habe sie Training bei Heinz Grobys und besuche seine Übungsstunden mit sehr viel Lust und in der Hoffnung, möglichst viel zu lernen und sich weiterzuentwickeln. „Ich empfehle meinen Sport auch anderen Kindern“, sagt sie lächelnd.

Trotz der bisherigen Erfolge: Antonia Ungureanu ist nicht übermütig geworden. Und dass das so bleibt, dafür wollen auch ihre Mutter und Heinz Grobys sorgen. „Meine Tochter ist sehr ehrgeizig und gewinnt gern, aber ich sage ihr auch, dass man nicht immer siegen kann, und dass auch ein zweiter Platz etwas sehr Schönes ist.“ Ein jeder müsse lernen, mit Niederlagen umzugehen und bedenken, dass andere auch trainieren und ihr Bestes geben würden. Nur so funktioniere der Sport. Ähnlich sieht es auch Heinz Grobys: „Wenn ein Sportler immer nur gewinnt, dann wird ihm nichts fehlen, und dann wird er sicher schnell das Gefühl bekommen, dass ihm der Trainer nichts mehr beibringen kann.“

Dass ein Mädchen, das noch in den Kinderschuhen der auserwählten Sportart steckt, in punkto Lernen noch großen Nachholbedarf hat, das erfuhr die Schülerin beim Dithmarschen-Cup: „Da hat Antonia eine Sekunde geschlafen – und verloren.“ Doch auch so: „Antonia ist absolut talentiert und, obwohl sie eine kleine Person ist, von ihrer Physis her sehr stark.“

Die frisch gebackene Landesmeisterin hat noch andere Hobbys. Sie spielt auch Fußball und Gitarre. Kunst und Mathematik sind in der Schule ihre Lieblingsfächer. Und ihre Mutter ergänzt: „Meine Tochter hat gute Zensuren.“ Da passt es ja auch, dass Antonia Ungureanu für sich festhält: „Ich will weitermachen, um noch besser zu werden.“ Deshalb würden für sie auch weitere Judo-Wettkämpfe folgen.

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