Serie: Gemeinden in der Region : Kleines Dorf mit Teamgeist

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Kaisborstel will Neubürger mit mehr Wohnraum locken

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20. April 2013, 08:48 Uhr

Kaisborstel | Was planen die Gemeinden in 2013? Wo drückt die Kommunen der Schuh? Und wie laufen die Vorbereitungen auf die Kommunalwahl im Mai? In einer Serie beleuchtet unsere Zeitung alle über 100 Gemeinden in der Region. Heute: Kaisborstel

Seit 27 Jahren ist Karl Lahann (Foto) Bürgermeister von Kaisborstel und damit wohl das dienstälteste Gemeindeoberhaupt im Amt Schenefeld. Bei der Kommunalwahl im Mai wird er zum siebten Mal als Spitzenkandidat der Kommunalen Wählergemeinschaft (KWG) antreten - von Amtsmüdigkeit keine Spur. Bei der Listenaufstellung der KWG, die alle sieben Plätze in der Gemeindevertretung innehat, habe es keinerlei Probleme gegeben, so Lahann.

Mit seinen rund 80 Einwohnern hat das Dorf, im Vergleich zu kleineren Orten, eine Gemeindevertretung. ,,Einmal in meiner langen Amtszeit hatten wir durch eine etwas geringere Einwohnerzahl nur eine Gemeindeversammlung, aber das hat sich schnell wieder geändert", erinnert sich der 64-Jährige, der beruflich als Techniker im Kundendienst tätig war, aber im Nebenerwerb auch eine kleine Landwirtschaft betrieben hat.

Trotzdem macht auch Karl Lahann der jetzt wieder zu verzeichnende leichte Rückgang der Einwohnerzahl Sorgen. ,,Neue Bauplätze dürfen wir nicht anbieten, wir versuchen den demografischen Wandel durch neu geschaffene Wohnungen in schon bestehenden Häusern zu schaffen." Mit nur noch zwei Vollerwerbslandwirten und einigen Nebenerwerbslandwirten habe sich die Gemeinde im Laufe der Jahre zu einem Wohndorf entwickelt.

Als kleinen Nachteil betrachtet der Gemeindechef den fehlenden Ortskern in der Gemeinde Kaisborstel, die eine so genannte offene Siedlungsstruktur aufweist. Trotzdem sei das dörfliche Miteinander intakt, angefangen beim Winterdienst, bei dem jeder mit anpacke, oder auch bei der gemeinschaftlichen Knick- und Gehölzpflege. Selbst die Komplettsanierung der Spurbahnen wurde in Eigenregie durchgeführt. ,,Wenn die eigenen Geräte nicht ausreichten, haben wir sie von Lohnunternehmen ausgeliehen", berichtet Lahann und betont, dass ,,in jedem Jahr etwas gemacht wird".

Zufriedenstellend sei für ihn auch die Tatsache, dass momentan keine großen Projekte finanziert werden müssten. ,,Unsere Finanzlage kann als gut bewertet werden, da wir sehr sparsam wirtschaften." Lediglich zwei Laternen müssen mit LED-Lampen umgerüstet werden. Bereits vor 20 Jahren sei in der Gemeinde beschlossen worden, keine Hundesteuer zu erheben. ,,Dieser Beschluss wird für uns auch weiterhin Bestand haben", sagt Lahann bestimmt.

Froh ist der Bürgermeister auch über das sehr gute Verhältnis zu den Nachbargemeinden Pöschendorf und Hadenfeld, mit denen Kaisborstel eine Gemeinschaftsfeuerwehr unterhält. ,,Viele Veranstaltungen, wie zum Beispiel das Kinderfest oder auch der Seniorenausflug, werden gemeinsam organisiert, oftmals treffen wir uns in Pöschendorf im Feuerwehrgerätehaus." Wie alle Einwohner ist auch Karl Lahann stolz auf den heutigen Bewohner der Alten Schule, Günter Kunert. Der bekannte Schriftsteller lebt seit 1980 in der Gemeinde und ist Ehrenbürger.

Ein echter Anziehungspunkt für große und kleine Besucher ist auch der Schnuckenhof, auf dem fast ausgestorbene Haustierarten nachgezogen werden, sowie der dazugehörige Hofladen. Für die Gewerbebetriebe, aber auch für alle anderen Einwohner, wünscht sich Karl Lahann ein etwas schnelleres Internet. Die Versorgung durch den Zweckverband Breitband, in der auch die Gemeinde Kaisborstel Mitglied ist, sollte seiner Meinung nach etwas forciert werden.

Die Umgebung von Kaisborstel beschreibt der Bürgermeister als eine typische schleswig-holsteinische Knicklandschaft. Das Wahrzeichen Kaisborstels, das Naturdenkmal mit Bergahorn, möchte er auch für die nächsten Generationen erhalten.

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