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Kleines WOA 2017 : Kleiner, kälter, kuscheliger: Wacken Winter Nights in den Startlöchern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

50 Aufbau-Helfer sind im Einsatz für 3500 Fans. Erstmals findet das frostige Festival statt.

von
erstellt am 09.Feb.2017 | 11:46 Uhr

Wacken | Festivals feiern geht auch im Winter. Das haben die Wacken-Macher bereits mit Full Metal Mountain buchstäblich Schwarz auf Weiß, wo schwarze Metalmassen im Schnee abrocken. Und auch kurz vor Startschuss der Wacken Winter Nights (10. bis 12. Februar), dem neuen Projekt der ICS Festival Service GmbH, fielen am Mittwoch zarte Schneeflocken auf das Veranstaltungsgelände am Rande des Dorfes. Das Wetter ist härter, die Töne sanfter und alles überschaubarer als bei der großen Schwester, dem Wacken Open Air. Für das Mittelalterspektakel holen die Veranstalter für drei Tage die rund 3500 Fans praktisch ins heimische Wohnzimmer. Rund um den Hauptsitz des Veranstalters wird für die Erstauflage der Winter Nights auf dem Areal am Reselithweg eine Winterwunderwelt gezimmert.

Am Freitag fällt der Startschuss zu dem frostigen Festival. Anders als im Sommer, wenn Lkw-Kolonnen tonnenweise Equipment anliefern, ist der Aufbau für die Winter Nights überschaubar. „Das Festival soll klein und gemütlich sein“, betont Dorothee Schmidt, ICS-Pressesprecherin. Eine handvoll Arbeiter schraubt im Akkord die Hauptbühne zusammen. Der Aufbau läuft sogar zum Teil schneller als geplant. Frieren? Fehlanzeige. „Wir arbeiten uns warm“, sagt einer der 50 Aufbau-Helfer. Der 18 mal 38 Meter große Eispalast stand bereits einen Tag früher als angedacht. Er ist das musikalische Herzstück. „Das Gebilde des Eispalastes hat hier Premiere“, erklärt Dorothee Schmidt. Auf der rund 100 Quadratmeter großen Bühne treten Hauptacts wie Saltatio Mortis auf.

Ob Sommer und Winter: Gecampt wird in Wacken bei jedem Wetter.
Ob Sommer und Winter: Gecampt wird in Wacken bei jedem Wetter. Foto: Michael Ruff
 

Die Wege für die Fans bei den Winter Nights sind deutlich kürzer. Gleich vor dem Eispalast entsteht die Old Village Church inmitten des historischen Dorfes, wo ebenfalls Konzerte gespielt werden. In dem angrenzenden Waldstück auf rund 1000 Quadratmetern befinden sich die „Mystic Woods“. „Die Vorbereitungen dafür gingen schon vor zwei Jahren los, als die Idee zu dem Festival aufkam“, berichtet Dorothee Schmidt. Der Wald wurde damals ausgedünnt. „Einige der gefällten Bäume werden hier jetzt wieder verbaut.“

Überall wurden in den vergangenen drei Wochen kleine Holztresen aufgebaut. Auf geebneten Pfaden können die Fans neben Künstlern und zauberhaften Wesen durch die Mystic Woods streifen – oder rollen. Denn auf Barrierefreiheit haben die Veranstalter auch bei den Winter Nights großen Wert gelegt. Über eine Holzrampe gelangen Rollstuhlfahrer in das Waldstück. Dorothee Schmidt: „Es liegt uns am Herzen, dass hier jeder herkommen kann.“

Auch wenn sich die Winter Nights hauptsächlich auf das Areal am Reselithweg konzentrieren, ganz ohne das Dorf kommt auch dieses Event nicht aus. Dorothee Schmidt: „Bevor es überhaupt in konkrete Planungen ging, sind die Veranstalter Holger (Hübner) und Thomas (Jensen) mit der Gemeinde in den Dialog getreten.“ Im Landgasthof wird es jeden Morgen einen Frühschoppen geben, in der Dorfkirche bei Konzerten sanftere Töne erklingen.

Bei den Winter Nights wird zwar nicht der härteste Metal gespielt wird, hart im Nehmen sind aber die Festivalgänger: Eigentlich sei ein Campingplatz nicht vorgesehen gewesen, so Dorothee Schmidt. „Wir hatten aber so viele Anfragen, dass wir eine Fläche bereit gestellt haben.“ Auf dem Acker standen am Mittwoch außer ein paar mobiler Toiletten allerdings noch nichts und niemand. Auf etwas mehr „Luxus“ als im Sommer können sich die Camper aber im Duschcamp freuen. Damit die Fans sich nicht unter freiem Himmel ausziehen müssen, wird ein beheiztes Zelt aufgebaut.

Die Fans freuen sich auf Wacken – egal ob Winter oder Sommer. Die Drei-Tages-Tickets sind ausverkauft. Tagestickets gibt es aber noch an der Abendkasse am Freitag für 50, Sonnabend für 58 und Sonntag für 27 Euro.

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