Kindergarten-Projekt : Kleine Klimaretter als Wasserforscher

Tommy untersucht Farbveränderungen.
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Tommy untersucht Farbveränderungen.

Die Kinder aus der „Elbbande“ sind richtige kleine Forscher: Seit einem halben Jahr beschäftigen sie sich mit dem Projekt „Wasser ist Leben“.

shz.de von
30. Juni 2014, 05:04 Uhr

Der Kindergarten der Familienbildungsstätte „Elbbande“ beschäftigt sich seit einem halben Jahr mit dem Projekt „Wasser ist Leben“. Auf spielerische Weise erforschen die Kinder, wie sie die Welt im Kleinen verantwortlich mitgestalten können.

Kindergartenleiterin Belinda Rath: „Im Kindergarten-Alltag bieten sich viele Gelegenheiten, Kinder auf spielerische Weise für eine lebenswerte und gerechte Welt zu sensibilisieren. Sie entdecken, was sie im Kindergarten und Zuhause tun können, um die Ressourcen zu schützen.“

Im gemeinsamen Kreis finden Gespräche, Buchvorstellungen und Experimente mit den Kindern statt. Lieder rund ums Thema Wasser, Tänze und Rollenspiele, sowie Bastelarbeiten ergänzen das Projekt ganzheitlich. Die 60 Kindergartenkinder beschäftigten sich so auf kindgerechte Art mit dem Wasserkreislauf, dem Wasserverbrauch und der Wasserverschmutzung. Kleine Kläranlagen wurden gebaut, Führerscheine zum ressourcenschonenden Umgang mit Wasser ausgestellt und Maßnahmen zum Einsparen vom Wasserverbrauch entwickelt.

„Die größeren Kinder interessierten sich besonders für das Leben in anderen Ländern und dem Umgang mit Wasser dort“, erklärt Belinda Rath. Im Rollenspiel erlebten sie zum Beispiel, wie es ist, erst Wasser mit einem Eimer aus einem entfernteren Brunnen zu holen, um es anschließend wieder zurück zu bringen und in der Kita-Küche abzukochen. Der zeitliche Aufwand und die Anstrengung wurde den Kindern bewusst: „Ein Glück, dass wir uns nur heute so anstrengen müssen. Woanders ist es noch viel wärmer und die Menschen müssen noch viel weiter laufen.“

Durch die bewusste Auseinandersetzung mit der Thematik wurden Zusammenhänge verdeutlicht und gesellschaftlich, technologische und wirtschaftliche Aspekte aufgezeigt. Belinda Rath: „Die Kinder gehen bewusster mit Wasser um und sammeln aus eigener Initiative Müll im Park, um eine zusätzliche Gewässerverschmutzung zu vermeiden.“

Mit Bildungspartnern, wie „viva con agua Sankt Pauli“, einer Organisation, die Wasserprojekte der Welthungerhilfe unterstützt und dem Abwasserzweckverband Südholstein wurde das Projekt ergänzt. „Das Team der neuen Kita am Janssenweg hat sich engagiert mit dem Thema Wasser und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung auseinandergesetzt und Schwerpunkte ausgearbeitet“, sagt Belinda Rath. „Ideen der Kinder wurden aufgegriffen und weiterentwickelt. Mit diesem Projekt bewerben wir uns um eine Auszeichnung als KITA21 bei der S.O.F.-Umweltstiftung und dem azv-Südholstein.“

Die Beurteilung der Projektdokumentationen der Kindergärten nehmen in der Jury vor: Dr. Michael Hempel, Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung, Jasson Jakovides, Deutsches Nationalkomitee der UN-Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2004-2014“, Prof. Dr. Ute Stoltenberg, Leuphana Universität Lüneburg, Uwe Schwarzenberger, Stiftung der Sparkasse Südholstein, Helmuth Kruse, Vorsitzender Umweltausschuss und AG Klimaschutz des Kreises Pinneberg, Ralf Thielebein, S.O.F. Save Our Future - Umweltstiftung und Ute Hagmaier, azv Südholstein.

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