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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 10:42 Uhr

Kleine Klima-Retter: Auszeichnung für Kita

vom

Kinder werden spielerisch an verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln herangeführt

Glückstadt/Pinneberg | Der Kindergarten der Familienbildungsstätte (FBS) wurde jetzt zum dritten Mal als "KITA21" durch die Save Our Future - Umweltstiftung und dem azv Südholstein ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt eine Bildungsarbeit, in der Kinder auf spielerische Weise erforschen, wie sie die Welt im Kleinen verantwortlich mitgestalten können. Der Kindergarten erhielt die KITA21-Urkunde während der feierlichen Preisverleihung in Pinneberg für ihre Bildungsarbeit zum Thema "Ernährung - regional, saisonal und fair". In diesem Jahr wurden sieben Kindertageseinrichtungen der Region Südholstein als Klimaretter geehrt.

"Der Kindergarten-Alltag bietet vielfältige Möglichkeiten, lebendige Bildungsprojekte zu zukunftsrelevanten Themen mit den Kindern zu gestalten, um die Kleinen auf spielerische Weise für eine lebenswerte und gerechte Welt zu sensibilisieren", sagt Kindergartenleiterin Belinda Rath. Als Vier-Wochen-Projekt begonnen, entwickelte es sich durch die Begeisterung und das Interesse der Kinder, Eltern und Erzieherinnen zu einem Jahresprojekt.

In Zusammenarbeit mit der Edeka-Stiftung wurde ein Hochbeet bepflanzt. Die Kinder pflegten das Beet, ernteten das Gemüse und stellten Suppen und Salate her. Belinda Rath: "Wir kauften auf Wochenmärkten, im Supermarkt und im Weltladen ein. Eltern kochten mit den Kleinen im Kindergarten Gerichte aus anderen Ländern, wie Thailand. Getreide wurde für Müsli geerntet und gequetscht. In der Backstube schauten die Kinder dem Bäcker bei der Arbeit zu und stellten selbst Wikinger aus Brotteig her."

Die Kinder waren aktiv beteiligt, Ideen der Kinder wurden aufgegriffen und umgesetzt. Mithilfe verschiedener Bilderbücher, Lieder und Spiele lernten die Kinder die Lebens- und Essgewohnheiten in anderen Ländern kennen. Belinda Rath: "Die ungleiche Verteilung von Wasser, Nahrungsmitteln und Konsumgütern wurde sichtbar. Die Kinder markierten auf der Weltkarte die Transportwege der Lebensmittel und waren erstaunt, wie lang manche Wege doch sind."

Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen überlegten die Kinder, wie diese Nahrungsmittel zu ihnen kommen - über Container, Schiff, Lastwagen und Flugzeug. Sie erfuhren, welchen Aufwand, welche Kosten und wie viel Energie dafür benötigt wird und wie diese Lebensmittel haltbar gemacht werden. "Die Schlussfolgerung der Kleinen war, dass es besser ist, das Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten oder vom Gemüsebauern aus der Region zu nehmen, da es meistens gesünder ist und die Umwelt schont." Sie entdeckten auch, was sie im Kindergarten und Zuhause tun können, um die Umwelt zu schützen und fair zu konsumieren.

Belinda Rath: "Das Projekt zeigt, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung in dieser Kita gelebt und vom Team der FBS in vorbildlicher Weise ausgestaltet wird."

Ralf Thielebein, Geschäftsführer der S.O.F. Save Our Future - Umweltstiftung, würdigt insbesondere die tiefgehende und mehrspektivische Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung, sowie die vorbildliche Ausgestaltung und Integration der Bildungsarbeit im Alltag. Die Jury lobt darüber hinaus die vielfältigen Methoden, die den Entdeckergeist der Kinder und den Blick für Zusammenhänge im Alltag fördern. Gesamturteil: Beeindruckend. Die KITA21-Jury bestand aus Ute Hagmaier vom azv Südholstein (Abwasserzweckverband), Dr. Michael Hempel, Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung, Jasson Jakovides, Deutsches Nationalkomitee der UN-Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005-2014), Helmuth Kruse, Ausschuss für Umwelt, Sicherheit und Ordnung und der AG Klimaschutz des Kreises Pinneberg, Uwe Schwarzenberger, Sparkasse Südholstein, Prof. Dr. Ute Stoltenberg, Leiterin des Instituts für integrative Studien (infis), Leuphana Universität Lüneburg sowie Ralf Thielebein.

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erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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