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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 13:37 Uhr

Flüchtlinge : Kleiderberge für Glückstadt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bevölkerung der Wilstermarsch spendete kartonweise Kleidungsstücke für Flüchtlinge. DRK zieht jetzt dankbar Bilanz.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 17:52 Uhr

Wenn hunderte von Flüchtlingen im Winter nicht frieren, haben sie das auch vielen Menschen aus Wilster und Umgebung zu verdanken. Rund zehn Wochen nach dem Startschuss für eine große Sammelaktion zieht das örtliche DRK jetzt eine überwältigende Bilanz: „Bei uns herrschte zeitweise Land unter“, sagt Vorsitzende Karin Lindemann. Tatsächlich kommen sie und ihre Mitstreiter erst jetzt so richtig zum Durchatmen. In der Halle der DRK-Bereitschaft Am Bahndamm türmten sich die Spenden zeitweise zwei Meter auch. Vor allem nach dem großen Flohmarkt in der Stadt gab es einen Run in Richtung Annahmestelle. Seitdem sortierten dreimal die Woche jeweils zwischen fünf und zehn fleißige Helferinnen und Helfer die unzähligen Kleidungsstücke durch. Um die Arbeit überhaupt noch bewältigen zu können, wurde die Kleiderkammer am Schulzentrum erst einmal geschlossen. Sie macht erst im neuen Jahr wieder auf.

Was Karin Lindemann und Rüdiger-Marcel Wiechmann besonders freut: Viele Helfer tauchten ganz unerwartet auf und packten einfach mit an. Der Bereitschaftsleiter berichtet von einer älteren Dame, die sich mit durch die Kleiderberge wühlte und dabei von eigenen Erinnerungen an ihre Flucht nach dem zweiten Weltkrieg erzählte. Auch das Jugendrotkreuz und Schüler halfen mit. Hunderte von großen Plastiksäcken und Kartons mussten durchforstet werden. Der Inhalt wurde nach Geschlecht, Größe und Zustand sortiert. Überwiegend, so freut sich der DRK-Ortsverein und verbindet das mit einem großen Dankeschön an die Bevölkerung, handelte es sich um hervorragend erhaltene, zum Teil sogar neuwertige Kleidungsstücke.

Das Gros der Spenden wurde zur Notunterkunft nach Kellinghusen gebracht oder zur Weiterverteilung in die zentrale Annahmestelle des Kreises in Kremperheide. Gestern rückten dann hauptamtliche DRK-Mitarbeiter aus Glückstadt an, wo der nächste Schwung Flüchtlinge erwartet wird und vor allem mit warmer Kleidung ausgestattet werden soll. Gut vorsortiert sollten sich hier schnell dankbare Abnehmer finden lassen.

Nach Glückstadt ging gestern auch gleich ein großer Schwung an Herbst- und Winterjacken. Sie waren das Ergebnis einer Alt-gegen-Neu-Aktion im Modehaus Reese. Wer dort eine neue Jacke erwarb, dem kaufte Reese das alte Stück für jeweils 20 Euro ab. „Auch im letzten Jahr war diese Aktion schon ein großer Erfolg“, freut sich Olaf Reese, wenn er helfen kann. Während die dicken Jacken 2014 noch zum Sozialladen nach Itzehoe geschafft wurden, gingen sie gestern gleich weiter zur neuen Flüchtlingsunterkunft nach Glückstadt. „Das ist eine großartige Aktion. Wir sind der Bevölkerung sehr dankbar“, lobt DRK-Kreisvorsitzender Rolf Schamerowski. Gerade in diesen Wochen vor Weihnachten sei es ein besonders gutes Gefühl, wenn man helfen kann. In vielen Fällen ist die Winterkleidung fast noch neuwertig. „Da fehlt höchstens mal ein Knopf“, stellt Olaf Reese fast. Die Sachen seien bei ihm in sehr gutem Zustand und oft auch frisch gereinigt abgegeben worden. Auch Karin Lindemann bestätigt, dass die Kleiderspenden ganz überwiegend in tadellosem Zustand seien. Sie geht davon aus, dass die Spender ihre Kleiderschränke jetzt weitgehend von Wintersachen befreit haben. Geplant wird aber auch schon für die neue Saison. Ab Februar nimmt das DRK dann wieder in großem Stil Kleidung an – dann für die wärmere Jahreszeit.

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