zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 21:52 Uhr

400-Jahr-Feier : Klassik-Stars in der Stadtkirche

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Glückstädter Jürgen Böttcher will das Stadtjubiläum zum Musik-Ereignis werden lassen. Zusagen gibt es von Echo-Gewinnern und einem Historien-Ensemble.

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 17:00 Uhr

Jürgen Böttcher (70) wurde in Ostpreußen geboren. Als Zehnjähriger kam er nach Glückstadt und fühlte sich vom ersten Augenblick wohl in der geschichtsträchtigen Kleinstadt. Seinen Beruf als Bankkaufmann hat gerne ausgeübt, aber seine Leidenschaft sind immer Kunst, Kultur und Musik gewesen. Seit 1969 stellt Böttcher eigene Bilder aus, seit Anfang 1980 unter dem Künstlernamen „Pinkus“. Seine Bilder waren zuletzt im Provianthaus Glückstadt im Rahmen der Ausstellung „Horizonte 2013“ zu sehen.

Nebenbei schreibt Böttcher Kurzgeschichten und Gedichte. In den 80-er Jahren engagierte er sich kommunalpolitisch, zuerst im König-Christian IV. Verein, ab 1985 als Gründungsmitglied und Vorsitzender der Glückstädter Wählergemeinschaft (GWG) und letztlich als Vorsitzender des Fördervereins Musik in der Stadtkirche zu Glückstadt, der in der Vergangenheit bereits viele Musik- und Stilrichtungen in die Stadtkirche gebracht hat. Die klassische Musik hat einen hohen Stellenwert, aber auch die Populärmusik kommt in der Glückstädter Stadtkirche nicht zu kurz. Gemeinsam mit Pastor Christian Schröder als Vertreter des Kirchengemeinderates und Kantor Florian Hanssen plant er deshalb eine ereignisreiche, musikalische 400-Jahr-Feier für 2017. „Jeder Bürger, ob groß oder klein, kann sich auf eine musikalische Zeitreise freuen“, verspricht er.

Die Vorbereitungen laufen seit längerem. So ist bereits die „Hamburger Ratsmusik“, ein Ensemble mit 500-jähriger Geschichte, zum Jubiläumsjahr eingeplant. Die Musiker, die den Bogen zwischen Tradition und Gegenwart spannen und „Alte Musik“ zu neuem Leben erwecken, zeichnen sich durch eine lebendige Interpretation, Spielfreude und Virtuosität aus. Viola da gamba, Laute und Cembalo berühren mit ihrem einzigartigen Klangspektrum unmittelbar Geist, Herz und Seele. Dafür wurde die „Hamburger-Ratsmusik“ 2006 sogar mit dem Echo-Klassik ausgezeichnet. Und aus der Reihe Musica Sacra Hamburgensis erhielten sie 2010 den Echo Klassik Sonderpreis. Seine erste Blüte erreichte das Ensemble im 17. und 18. Jahrhundert unter führenden Musikern wie William Brade, Johann Schop, Georg Philipp Telemann und Carl Philipp Emanuel Bach.

Zum Stadtjubiläum 2017 dürfen sich die Glückstädter Klassikfreunde auch auf Musik wie am Hofe Christians IV. freuen: „The King of Denmark’s delight“ werden ebenfalls zu hören sein. Zum Hintergrund: Der dänische König Christian IV. war ein großer Musikliebhaber und einer der bedeutendsten Kunstmäzene seiner Zeit. Am Kopenhagener Hof unterhielt er eine pompöse Hofkapelle mit 61 Musikern und 23 Trompetern. Die internationale Besetzung von Musikern aus allen Teilen Europas garantierte höchste Qualität. Allein der berühmte Heinrich Schütz nahm dreimal die strapaziöse Reise von Dresden nach Dänemark auf sich, um dem höchst ehrenvollen Engagement als Hofkapellmeister nachzukommen. Weitere Koryphäen waren Johann Schop, William Brade, John Dowland und Michael Praetorius.

Michael Praetorius war einer der produktivsten und vielseitigsten Musiker des 17. Jahrhunderts. Sein Werk dokumentiert nicht nur seine intensive Auseinandersetzung mit fast allen um 1600 gebräuchlichen musikalischen Gattungen, es verrät auch seine umfassende Kenntnis europäischer Musiktraditionen. Praetorius war ein deutscher Komponist, Organist, Hofkapellmeister und Gelehrter im Übergang von der Renaissance zum Barock. Michael Praetorius widmete König Christian IV., dem Erbauer von Glückstadt, mehrere seiner Kompositionen.

Mit dem Kuratorium des Schleswig-Holstein Musik Festivals, dem größten, klassischen Musikfestival der Welt, sind ebenfalls schon Verbindungen geknüpft. „Es wird ein spannendes, kulturelles Jahr 2017“, sagt Böttcher. Viel Arbeit werde auf den Vorstand des Fördervereins Musik in der Stadtkirche zu Glückstadt zukommen, dies sei nur dank der guten Zusammenarbeit mit seinen Kollegen möglich, weiß er. „Ohne sie könnte ich das alles nicht bewerkstelligen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen