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VERSUCH : Klares Votum für offene Feldschmiede

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Politik entscheidet: Fahrzeugverkehr soll in der bisherigen Fußgängerzone wieder erlaubt werden.

„Wir sollten das schlicht und einfach versuchen.“ So wie Heinz Köhnke (CDU) sah es die große Mehrheit im Stadtentwicklungsausschuss: Die obere Feldschmiede soll vom Dithmarscher Platz bis zum La-Couronne-Platz wieder für Fahrzeugverkehr geöffnet werden. Das letzte Wort zu dieser Widmung hat noch die Ratsversammlung.

Die Geschäftsleute in der oberen Feldschmiede hatten die Initiative ergriffen, weil sie sich eine Belebung des Bereichs erhoffen. Karl-Heinz Zander (Bündnis 90/Grüne) war auf ihrer Seite, als der Verkehr durch die Poststraße abfließen sollte. Denn er sei ein großer Verfechter davon, mit unkonventionellen Lösungen für mehr Attraktivität zu sorgen: „Die Breite Straße zeigt, dass es geht.“

Doch weil Anwohner der Poststraße protestierten, soll die Ausfahrt nun allein über die Gartenstraße erfolgen (wir berichteten). Das konterkariere den guten Ansatz, fand Zander. Die Feldschmiede sei ab Poststraße ein „sehr belebter, sehr quirliger, aber auch äußerst enger Abschnitt“. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Öffnung ohne Konfliktsituationen ablaufe. Ebenso sah es Renate Wittern, Vorsitzende des Seniorenrats: „Eine Fußgängerzone hat einen gewissen Stellenwert für Senioren.“ Sie befürchtete Gefahren, auch leide der Wohlfühlfaktor, wenn Bänke für Parkplätze weg fielen. Bis zu zehn Stellplätze sollen in dem breiteren Teil entstehen, Radständer werden dafür verlegt, bleiben aber erhalten.

Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen machte deutlich, dass die Geschäftsleute und die Poststraßen-Anlieger an einen Tisch gebracht worden seien. Ergebnis war die komplette Öffnung – denn wenn in der Feldschmiede Parkplätze entstünden, andererseits aber wegen des Durchgangsverkehrs in der Poststraße weg fielen, würden sie letztlich nur verlegt. Die Autos sollen in die Stadt hinein fahren, das sei der Wunsch der Geschäftsleute. Gefahren gebe es, das zeige sich in der Breiten Straße, wenn zu schnell gefahren werde. Es gehe darum, positive Ideen zu fördern: „Es wird bei diesem Versuch darauf ankommen, dass sich alle in der Stadt zusammennehmen“, sagte Koeppen.

So sah es auch Köhnke. Die Breite Straße sei „verödet“ gewesen, nun sei wieder Leben hineingekommen. Er wolle nicht wieder Leerstände zählen, „wir wollen es auf jeden Fall versuchen“. Schon jetzt seien ständig Fahrzeuge in der oberen Feldschmiede, und das ohne Unfälle, sagte Günter Wolter (IBF). Es werde sich einspielen, dass nur Zielverkehr hindurchfahre.

Am Ende stimmte nur Zander gegen die Empfehlung für die Ratsversammlung, die Straße zu öffnen. Ein Jahr lang soll es nach deren Zustimmung ausprobiert werden. Dr. Jörn Michaelsen (FDP): „Wir testen das – und hinterher sind wir klüger.“

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erstellt am 15.Mai.2014 | 05:00 Uhr

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