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Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 04:34 Uhr

Klare Mehrheit für die großen Parteien

vom

CDU und SPD erreichen 19 von 31 Sitzen / Wahlbeteiligung: 37,1 Prozent

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 03:59 Uhr

itzehoe | Die Stimmverteilung machte es möglich: Die neue Itzehoer Ratsversammlung hat mit 31 Sitzen wieder die vorgesehene Größe, zehn weniger als bislang. Erklärtes Wahlziel der kleineren Parteien und Wählergemeinschaften war es, eine absolute Mehrheit von CDU und SPD zu verhindern. Doch beide zusammen kamen auf 19 Sitze, die CDU auf zehn die SPD auf neun.

"Ich hoffe, dass die Itze hoer Politik jetzt ein bisschen eindeutiger wird", sagt Ralph Busch (CDU). "Und die kleinen Gruppierungen sollten gesehen haben, dass es nicht reicht, einfach nur dagegen zu sein." Man sage, dass die politischen Mehrheiten nach zehn Jahren wechseln. "Wir haben es geschafft, dass wir geblieben sind."

Noch euphorischer ist die Stimmung bei der SPD, die sich im Vergleich zu der Wahl 2008 deutlich gesteigert hat - damals erreichte sie nur 23,43 Prozent, diesmal 31,1. "Unsere Erwartungen haben wurden erfüllt und übertroffen", freut sich Ortsvorsitzender Sönke Doll. "Wir sind mit der CDU auf Augenhöhe." Das sei auch eine Bestätigung der Politik, die gemeinsam gemacht wurde. "Wir stellen eine deutliche Mehrheit mit der CDU. Es ist ein gutes und wichtiges Signal. Jetzt werden wir Gas geben und umsetzen, was wir vorhaben." Das gute Abschneiden der SPD habe sicher auch mit der Abspaltung der DAF zu tun. "Die Bereinigung der Fraktion hat sich gelohnt. "

Das sieht auch SPD-Fraktionsvorsitzender Dieter Krämer so. "Wir haben uns nach der Abspaltung der DAF neu konsolidiert. Wir sind ein kleiner, aber schlagkräftiger Haufen in der Partei." Der deutliche Zuwachs sei dem engagierten Wahlkampf zu verdanken. Auch wenn das Ziel, stärkste Fraktion zu werden, nicht erreicht wurde: "Mit der CDU haben wir gut zusammengearbeitet, wir werden eine gute, stabile Mehrheit haben." Allerdings werde es vielleicht auch Themen geben, "bei denen wir uns andere Mehrheiten suchen". Ob die Grünen dann ein möglicher Partner seien, müsse sich zeigen, schließlich sei es ein komplett neues Team.

Und das brachte es auf 11,5 Prozent und drei Sitze. "Das ist ein super Ergebnis", freute sich Ortsvorsitzender Karl-Heinz Zander. "Wir sind drittstärkste Kraft und heben uns ab von allem, was danach kommt." Er sehe das als Chance, "auf die positive Stimmung in der Stadt einzuwirken". Inhaltlich werde man alle Felder neu anschauen und bewerten, sagte Eva Gruitrooy, die in ihrem Bezirk sogar 17,3 Prozent holte.

Mit zwei Sitzen büßte die FDP ein Mandat ein. Ortsvorsitzender Tobias Rückerl war aber zunächst froh, dass die Liberalen weiter in der Ratsversammlung mitmischen, nachdem sie vor fünf Jahren nach einer Abwesenheit von mehr als zwei Dekaden erstmals wieder eingezogen waren. "Das ist so ungefähr das, was wir uns tatsächlich erwartet haben", sagte Rückerl über 494 Stimmen (5,1 Prozent) und die beiden Mandate von Dr. Jörn Michaelsen und Thomas Wudtke. "Wir sind wieder in der Normalität der FDP im kommunalen Bereich angekommen." Es seien wesentlich mehr Gruppierungen angetreten, dafür sei es ein "recht ordentliches Ergebnis".

Zwei Sitze kamen auch für die UWI heraus, und ihr Fraktionsvorsitzender Hans Emil Lorenz zeigte sich "im Großen und Ganzen zufrieden". Hinter den etablierten Parteien sei die Wählergemeinschaft die stärkste Kraft: "Das war unser Wahlziel, das haben wir erreicht."

Penibel gesehen hat das IBF genau eine Stimme mehr. 537 gegenüber 536 bei der UWI (jeweils 5,5 Prozent) wurden gezählt. Vor fünf Jahren hatte das IBF noch 973 Stimmen und 9,8 Prozent geholt. "Es wäre schön gewesen, wenn wir stärker gewesen wären", sagte Fraktionsvorsitzender Günter Wolter mit Blick auf den Einsatz, der in der Vergangenheit gezeigt worden sei. Doch das Bürgerforum habe eine genügend starke Mannschaft, um in der Arbeit in den Ausschüssen wie bisher darauf zurückgreifen zu können. Weiter solle dabei auf die Fachkompetenz der Vertreter gesetzt werden.

Dreimal wurde nur ein Sitz verteilt - doch die Gemüts lage war sehr unterschiedich. "Recht zufrieden" mit dem Ergebnis von 260 Stimmen (2,7 Prozent) zeigte sich Helmut Unger, Vorsitzender der Freien Wähler. Denn die Partei habe in Itzehoe nur ein knappes halbes Jahr gehabt, um sich zu profilieren. Das betonte auch Gerd Konarski, der die Freien Wähler in der Ratsversammlung vertreten wird. Das geschehe zwar in bescheidenen Verhältnissen, "dennoch denke ich, dass ich mit meiner Stimme etwas tun kann".

Deutlich angefressener fielen die Reaktionen bei der DAF und bei der Linken aus. "Die Begeisterung kennt Grenzen", sagte DAF-Vor sitzender Rainer Lutz, der die Ergebnisse mit der Spitzenkandidatin, seiner Frau Dr. Kirsten Lutz, am heimischen Computer verfolgt und auf den Besuch im Ständesaal verzichtet hatte. Am Ende waren es 304 Stimmen (3,1 Prozent). "Wir hatten uns etwas mehr erhofft", sagte Lutz, der damit aus der Ratsversammlung ausscheiden musste. Ob der Ausgang für die Stadt gut sei, werde sich zeigen: "Geld ausgeben macht ja Spaß."

Nur 321 Stimmen (3,3 Prozent) ergatterte die Linke, Ernst Molkenthin wird ihr einziger Ratsherr. Er beklagte den hohen Anteil der Nichtwähler mit 63 Prozent und nahm die Fraktion aufs Korn, die weiter die Mehrheit stellt: "In einem Kreis oder einer Stadt, die mit schwarzem Nadelfilz ausgelegt ist, haben es alle anderen Par teien schwer." Die Linke habe ein Angebot für die Menschen gemacht: "Wenn sie das nicht annehmen, ist das ihr Problem."

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