Stadtentwicklung in Kellinghusen : Klare Ansagen an die Stadt

Mehr Bauland lautet unter anderem die Forderung des Kellinghusener Bürgerforums.
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Mehr Bauland lautet unter anderem die Forderung des Kellinghusener Bürgerforums.

Das Bürgerforum Kellinghusen unterstreicht seine Forderungen nach mehr Bauland, Gewerbeflächen, einem attraktiven Bildungsangebot und funktionierender Infrastruktur.

shz.de von
11. Februar 2018, 06:56 Uhr

Mehr Baugebiete für die Störstadt – das Bürgerforum Kellinghusen lässt nicht nach in seiner Forderung nach mehr Flächen für Häuslebauer und Gewerbetreibende. Angesichts einer wachsenden Einwohnerzahl (derzeit 8718) müsse dies vorrangiges Ziel der Kommune sein.

Eine Erhöhung der Einwohnerzahl sei zudem aus Finanzgründen von Interesse. „Mehr Einwohner, mehr Mittel“, sagt Forumssprecher Uwe Siehl. Und: „Dass die Vorlaufzeit für die Ausweisung neuer Baugebiete mindestens zehn Jahre beträgt, sollte die Stadt wissen.“ Allgemein bekannt sei außerdem, dass die Nachfrage nach Wohnraum einem mehrjährigen Zyklus unterliege. „Das ist heute wieder soweit.“ Das Argument einer knappen Stadtkasse ziehe in diesem Punkt nicht, da Investoren wie zum Beispiel Genossenschaften angesprochen werden könnten.

Einher gehen sollten die Bemühungen mit einem offensivem Stadtmarketing. „Kellinghusen braucht sich in keiner Weise zu verstecken“, stellt Co-Sprecherin Regina Nürnberg heraus. Die Stadt sei in vielen Bereichen (Freizeit, Schule, Ärzte) sehr gut aufgestellt. Zudem bestehe eine hervorragende Anbindung nach Kiel und Hamburg durch den Bahnhof Wrist und demnächst auch von Kellinghusen direkt nach Altona. „Alle anderen Städte wie Pinneberg, Elmshorn und Tornesch sind bestens erreichbar“, so Nürnberg. Durch den Einstieg in den HVV würde der Schienenverkehr insbesondere für Pendler noch attraktiver. „Derzeit ist bis auf zwei kleine Baugebiete aber nichts geschehen“, moniert Siehl Untätigkeit in der Sache. Das Bürgerforum schlägt vor, Flächen im nördlichen Bereich der Luisenberger Straße vom Kreisel Overndorfer Straße bis hin zur Kreuzung Lindenstraße und selbstverständlich im östlich vom Liliencron-Gelände ins Auge zu fassen. „Wenn die Stadt nicht handelt, werden wir weiter beobachten müssen, dass Immobilien-Interessenten auf andere Städte ausweichen“, so Siehl.

Als überaus wichtiger Bestandteil des Bildungsangebots sollte überdies die Gemeinschaftsschule im Fokus der örtlichen Entscheider bleiben. Wünschenswert wäre, das marode Bauwerk aus den 70er Jahren durch einen zeitgemäßen Neubau zu ersetzen. „Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Oberstufe ein konkurrenzfähiges Profil erhält“, ergänzt Nürnberg. Ebenfalls nicht neu auf der Forums-Agenda ist der Appell an die Stadtverordneten, mehr Mittel in das marode Straßennetz zu investieren. Unerlässlich dafür sei eine Aufstellung sämtlicher sanierungsbedürftiger Straßen mit einer groben Kostenschätzung sowie ein Zeitplan für die Abarbeitung (wie vom Bürgerform seinerzeit erarbeitet und der Stadt vorgelegt). Nur so könnten auch Anträge für entsprechende Zuschüsse gestellt werden.

„Kritisch sehen wir die innerstädtischen Verkehrsflüsse mit zunehmendem Schwerlastverkehr“, unterstreicht Nürnberg. Für die Laster gelte das gleiche Argument, wie seinerzeit für die Trecker – sie gehörten soweit als möglich auf die Umgehungsstraße. Ziele, beispielsweise für Zulieferer, seien durch unterschiedliche Abfahrten leicht anzusteuern. Mit einem vernünftigen Verkehrskonzept könnte innerstädtisch eine Reduzierung von Lärm und Abgasen sowie mehr Sicherheit für Kinder, ältere Menschen und Radfahrer erreicht werden.

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