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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 23:19 Uhr

Blasmusik : Klangvolumen von Abba bis Operette

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

100 Musiker des Blasorchesters Wewelsfleth, des Oldendorfer Musikzugs und des Oelixdorfer Musikzugs gemeinsam auf der Bühne des theater itzehoe.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 05:00 Uhr

Für die 100 Musiker hatten sich die vielen harten Proben der letzten Monate gelohnt. Schnell sprang der Funke über auf das begeisterte Publikum im fast voll besetzten theater itzehoe. Zum vierten Mal hatten sich drei Blasorchester aus dem Kreisgebiet zusammengefunden, um gemeinsam ein wahres „Klangvolumen“ auf die Bühne zu bringen – und das nicht nur von der Lautstärke her. Das Repertoire der Kapellen reichte von konzertanter Blasmusik über Popmusik bis zu traditionellen Märschen und Stimmungsmusik.

In der ersten Hälfte des Abends spielten die Orchester zunächst jeweils einzeln. Den Anfang machte das Blasorchester Wewelsfleth, bei dem der 1. Vorsitzende Jens Siebmann durch das Programm führte. Im Jahre 1955 von dem damaligen Pastor Hans Lohse als „Dorf- und Werftkapelle Wewelsfleth“ gegründet, wurden seinerzeit vor allem Umzüge, Dorffeste, Stapelläufe und Gottesdienste musikalisch begleitet. 1975 übernahm Heinz Brockmann die Leitung des Orchesters und machte den „Wewelsflether Sound“ weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins bekannt. Nach Kerstin Nowakowski, Jens Illemann und Rolf Hinrichs ist seit eineinhalb Jahren Thomas Keller der Dirigent. Bei „Oregon“, dem ersten Titel des Abends, fühlte man sich an eine Eisenbahnfahrt durch die Schönheiten der nordamerikanischen Landschaften erinnert. Es folgte Musik aus dem Film „Mary Poppins“ von 1964.

Den nächsten Part übernahm der 1972 gegründete Musikzug Oldendorf. Dessen großes Angebot an musikalischer Früherziehung und die vielfältigen Möglichkeiten musikalischer Ausbildung mögen dazu beigetragen haben, dass das Durchschnittsalter der etwa 35 Musiker bei nur 18 Jahren liege, so der 1. Vorsitzende Ulf-Jörg Pingel. Seit über fünf Jahren ist Heiko Voß der Dirigent. Nach dem zackigen deutschen Militärmarsch „Hoch Heidecksburg“ ging es mit einem Liebeslied und Operettenmelodien aus der „Csardasfürstin“ weiter.

Mit dem ruhigen Titel „Friends for life“ (Freunde fürs Leben) begann der Oelixdorfer Musikzug unter der Leitung von Thies Möller seinen Auftritt, gefolgt von Glenn-Miller-Melodien – „Eine Herausforderung für uns“, so der Dirigent und 1. Vorsitzende - und einem Song von Jackie Wilson, einem US-amerikanischen Blues- und Soul-Sänger der 1950er und 1960er Jahre.

Nach der Pause wurde das Klangvolumen so richtig deutlich, als das „große Orchester“ mit allen 100 Musikern gemeinsam seinen Auftritt hatte. Die drei Dirigenten wechselten sich in der Leitung ab. Ob Fliegermarsch, Abba-Melodien, Musik aus Peter Maffeys Musical Tabaluga oder der Military Escort March – das Publikum war begeistert. Bei der Biene Maja trat Thomas Keller sogar als „Superbiene“ verkleidet auf das Dirigentenpult. Nach einem Medley von Slavko Avsenik, in dem es die Bläser noch einmal richtig krachen ließen, ging es mit dem Lied „Der Mond ist aufgegangen“ ruhiger dem Ende zu. Sowohl hierzu als auch zum abschließenden Schleswig-Holstein-Lied war das Publikum zum Mitsingen eingeladen. Ein rundherum gelungener Konzertabend.

Ein kleiner Wunsch an die Organisatoren für das nächste Jahr: Ein Programmzettel wäre hilfreich gewesen, er wurde von vielen Zuschauern vermisst.

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