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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 04:07 Uhr

Abwasser : Klärwerk auf aktuellen Stand gebracht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Anlage zeigt nach 40 Jahren Betrieb großen Sanierungsbedarf – Stadt investiert 5,2 Millionen in die Modernisierung.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2013 | 05:00 Uhr

Derzeit werden Restarbeiten am Klärwerk durchgeführt. Diese sollen Anfang November fertig gestellt sein. Nach rund fünfjähriger Bauzeit kann dann die Abnahme, der in zwei Bauabschnitten gegliederten Sanierung und Modernisierung mit einem finanziellen Gesamtvolumen von etwa 5,2 Millionen Euro planmäßig erfolgen.

Nach fast 40 Jahren hatten sich unter anderen an zahlreichen Bauteilen erhebliche Setzrisse gebildet. „Es bestand die Gefahr der Undichtigkeit an den Klärbecken sowie ein Abriss vorhandener Leitungen, was im schlimmsten Fall zu massiven Verunreinigungen im Grund hätte führen können“, erläutert Holger Weber, stellvertretender Geschäftsführer der städtischen Abwasserentsorgung Brunsbüttel GmbH (ABG), die wesentlichen Probleme. Darüber hinaus wurden an unterschiedlichen Anlageteilen sicherheitsrelevante Mängel festgestellt, die umfangreiche Investitionen dringend notwendig machten.

Im Zuge der ersten Bauphase mit einem Investitionsvolumen von rund zwei Millionen Euro waren in etwa zweijähriger Bauzeit ein Faulbehälter, Nachklärbeckenverteiler, Niederdruckgasspeicher und eine Gasfackel komplett neu errichtet worden. Ferner wurden einige alte Anlagenteile saniert, um sie einer neuen Nutzung zuführen zu können. Erhalten wurde im Rahmen der ersten Bauphase beispielsweise der ausgediente Faulbehälter, der künftig als Schlammspeicher genutzt wird. Dort wird ein Großteil des von Schadstoffen und Giften befreiten Schlamms gelagert, der in der Landwirtschaft Verwendung als organischer Dünger findet, erklärt Dirk Blanck, Prokurist der Abwasserentsorgung Brunsbüttel. Genutzt wird der Klärschlamm darüber hinaus im betriebseigenen Blockheizkraftwerk. Mit der dort erzeugten elektrischen Energie und Wärme wird der Faulturm betrieben sowie das Betriebs- und Verwaltungsgebäude versorgt. „Ganz energieautark ist das Klärwerk jedoch noch nicht. Die Spitzen sind einfach zu hoch“, so Lutz Necknig, Geschäftsführer der ABG.

2011 fiel der Startschuss für die zweite Bauphase mit einem Investitionsvolumen von 3,2 Millionen Euro. Im Zuge der Baumaßnahme wurde eine neue Vorreinigungsanlage inklusive einer etwa 190 Quadratmeter großen Halle errichtet. Die Vorreinigungsanlage entspricht dem neusten Stand der Technik und hat eine deutlich höhere Filterleistung. Neu errichtet wurde ebenfalls ein Vorklärbecken sowie ein Nachklärbecken samt Rohrleitungen, Verkabelungen und der notwendigen technischen Ausrüstung. Eines der alten Becken wurde kostengünstig saniert, um es künftig als Staubecken bei Starkregen nutzen zu können. „Im Juni musste das Klärwerk aufgrund der Regenmassen, statt der täglichen 2500 Kubikmeter Schmutzwasser schlagartig bis zu 12 000 Kubikmeter Wasser aufnehmen und verarbeiten. Das hatten wir bis dato in dieser Form noch nicht erlebt“, berichtet Holger Weber. Das Klärwerk kam dabei an die Grenzen seiner technischen Möglichkeiten. Das neue Staubecken soll in Zukunft für Entlastung sorgen, um so den Reinigungsprozess zumindest bis zu einem gewissen Grad noch aufrechterhalten zu können.

Während beim Bau der alten Anlagenteile in den späten 60er und 70er Jahren zum Teil auf eine Pfahlgründung verzichtet wurde, was schließlich zur Setzrissbildung führte, stehen die neuen Bauteile auf fast 70 bis zu 25 Meter in den Boden reichenden Stahlbetonpfählen. „Um bestehende Gebäudeteile nicht zu beschädigen, konnten nur ein Teil der Pfähle in den Boden gerammt werden, andere wurden im Bohrsystem gefertigt“, sagt Weber.

Eine größere Herausforderung waren jedoch die Umschlüsse der neuen Anlage: Die Umstellung musste während des laufenden Betriebs erfolgen. Aber dies war offenbar kein Problem. „Weder in Brunsbüttel noch in Büttel haben die Menschen etwas von der Umstellung gemerkt und konnten ihr Abwasser wie gewohnt ableiten“, so Lutz Necknig.

Auch finanziell wird sich die Millioneninvestition bei den Verbrauchern zunächst nicht bemerkbar machen. „Es ist derzeit nicht vorgesehen, die Schmutzwassergebühren von 3,72 Euro pro Kubikmeter Abwasser anzuheben“, unterstreicht Necknig.

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