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Rechtzeitig vorgebaut : Klärschlamm trocknen – und viel Geld sparen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kommunalservice Itzehoe muss bei Entsorgung neue Wege gehen.

Am Ende bleibt er immer über: Klärschlamm. Etwa 3000 Tonnen fallen jährlich in der Kläranlage in der Gasstraße an und müssen entsorgt werden. Nach Rechtsänderungen drohte das zu einem teuren Problem zu werden – doch der Kommunalservice habe rechtzeitig reagiert, so Werkleiter Manfred Tenfelde.

Die Klärschlammverordnung wurde geändert, die Düngemittelverordnung auch. Die weiter verschärften Grenzwerte gehen einher mit längeren Übergangsfristen. Aber nicht in allen Bereichen: „Wir werden sehr kurzfristig das Problem bekommen, dass wir unseren Schlamm nicht mehr auf landwirtschaftliche Flächen aufbringen können“, so Tenfelde. Dann bleibt nur das Verbrennen, allerdings gebe es nicht ausreichend Anlagen dafür.

Wesentlich sei es daher, die Mengen zu reduzieren, und das Zauberwort beim Kommunalservice heißt solare Trocknung. Bisher enthält der Schlamm nach den Worten des Werkleiters rund 25 Prozent Trockensubstanz, „das ist nicht flüssig und schon spatenfest“. Die Trocknungsanlage soll den Anteil auf 75 Prozent erhöhen, die Gesamtmenge damit auf 1000 Tonnen reduzieren. „Im alten Schema verbrennen wir sozusagen 2000 Tonnen Wasser“, sagt Tenfelde. Das fällt ins Gewicht bei 100 Euro Verbrennungskosten pro Tonne – und am Ende zahlt der Bürger.


Investitionssumme steigt auf 3,8 Millionen Euro

Die solare Trocknung werde in diesem Jahr umgesetzt. Allerdings reicht die geplante Betonplatte für die Hallen auf dem Klärwerk nicht aus, eine Pfahlgründung ist nötig. Sie ist ein wesentlicher Grund dafür, dass sich die Investitionssumme um knapp eine halbe Million auf 3,8 Millionen Euro erhöht. Die Entsorgung des – dann deutlich trockeneren – Klärschlamms ab 2018 soll in diesem Herbst ausgeschrieben werden. Tenfelde: „Wir gehen davon aus, dass wir gute Preise erzielen werden, weil wir wesentlich früher dabei sind als andere Unternehmen.“

Positive Auswirkungen erhofft er sich auch von einem geplanten Pilotprojekt zur Rückgewinnung von Phosphaten. Möglichst Mitte 2018 soll es gemeinsam mit dem Lägerdorfer Holcim-Werk starten. Ein weiterer Vorteil laut Tenfelde: Die Asche des verbrannten Klärschlamms werde Teil der Holcim-Produkte – sonst wäre der Kommunalservice dafür verantwortlich.

Wenn die Trocknungsanlage fertig ist, gibt es keinen Platz mehr auf dem Gelände. Doch er wird gebraucht, beispielsweise für eine größere Lagerfläche für Straßenkehricht. Deshalb läuft gerade ein Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans, um mehr Areale für das Klärwerk zu schaffen. Dafür aber werden Bereiche in Störnähe, die nach alter Planung für die Südspange vorgesehen waren, zur Grünfläche.

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erstellt am 04.Jul.2017 | 05:00 Uhr

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