KKS-Anbau zu teuer ?

Bürgermeister Rüdiger Blaschke
Bürgermeister Rüdiger Blaschke

Der Anbau der KKS wird teurer als geplant. Grund für Diskussionen im Finanzausschuss.

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21. September 2009, 10:14 Uhr

Itzehoe | Die Kaiser-Karl-Schule braucht einen Anbau. Darin waren sich alle Politiker im Finanzausschuss einig. Heftige Debatten gab es aber über die Frage: Wie teuer darf er sein?

Rund 3,756 Millionen Euro werde der Bau kosten, hieß es in der Verwaltungsvorlage - 456 200 Euro mehr als geplant. Der CDU war das zu viel. "Wir wollen die Erweiterung der KKS - und das möglichst schnell", sagte Prof. Frank Mehrens. "Aber wir haben eine Haushaltskrise." Deshalb werde seine Fraktion der Erweiterung zwar zustimmen - aber nur mit der Summe, die bisher eingeplant war.

Die geplanten Fachräume im Anbau rückte Hans Emil Lorenz (UWI) in den Mittelpunkt und zog - ähnlich wie Ingrid Reichhelm (CDU) - den Vergleich zur Auguste-Viktoria-Schule: Diese habe sechs Fachräume bei 1100 Schülern. An der KKS gebe es ebenfalls sechs Fachräume bei 900 Schülern, erklärte Schulleiter Burkhard Klietz. "Aber das Problem ist nicht die Anzahl." Vielmehr seien die Räume durch große Klassen nicht nutzbar. "Wir müssen Unterricht doppelt fahren, um Experimente durchführen zu können." Im Bereich Biologie können sogar 20 Prozent des Unterrichts gar nicht in Fachräumen erteilt werden. Im Neubau seien zwei Physik- und zwei Informatikräume vorgesehen, so Klietz. Dadurch würden im Altbbau wieder Klassenräume frei. Zudem gehe auch um einen Raum für die Mittagsverpflegung. "Die Schule hat schon erhebliche Abstriche gemacht", erinnerte er und mahnte: "Die Kinder müssen versorgt werden."

Kämmerer Hauke Carstens verwies darauf, dass die Kosten durch den Schulausschuss bereits um 300000 Euro reduziert wurden. Zudem sei die Maßnahme ohne Zuschüsse geplant worden. "Jetzt bekommen wir sogar Förderung. Wenn wir anfangen neu zu diskutieren, ist das Projekt in nächster Zeit nicht realisierbar."

Die Mehrkosten entstünden weniger durch tatsächlich gestiegene Baukosten, als vielmehr durch die Differenz zwischen den Schätzungen zu Beginn der Planung und tatsächlichen Kosten, klärte zudem Heyo Buurman vom Bauamt auf.

Und während Thomas Wudtke (FDP) nach Alternativen zur Finanzierung - bis hin zum Sponsoring - suchte, machte Bürgermeister Rüdiger Blaschke deutlich: "Die Diskussion hat im Schulausschuss stattgefunden. Wir sind jetzt an dem Punkt zu sagen: Machen wir es oder nicht." Wenn nicht, gingen die Zuschüsse verloren. Es sei dringend: "Die Kinder haben weniger Platz als Hühner im Käfig."

Carl-Heinrich Peters (IBF) wurde es zu bunt: "Das ist eine unsägliche Diskussion, die in den Fachausschuss gehört - und dort auch stattgefunden hat", schimpfte er. "Es kommen neue Fachräume rein, dafür werden alte wieder frei. Wir müssen nicht diskutieren. Der Bau, der beschlossen wurde, muss nun auch ausgeführt werden."

Die Gleichbehandlung sei gegeben, betonte Frank Schuchard (Grüne). "Es bekommen aber nicht alle Schulen im gleichen Jahr das Gleiche - sondern jeweils die ältesten zuerst und an den Bedarf angepasst."

"Wir haben als Selbstverwaltung nicht rechtzeitig eingegriffen. Wir müssen zustimmen, weil wir keine andere Alternative haben", stellte Hans Emil Lorenz schließlich fest.

Daran konnte auch die CDU nichts mehr ändern, die an den alten Kosten festhalten und erneut nach Einsparmöglichkeiten suchen wollte. Mit fünf Ja- zu drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung sprach sich der Ausschuss dafür aus, die benötigten Mittel bereitzustellen.

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