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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 02:53 Uhr

Verträge : Kitas: Neue Gespräche mit Kirche

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Politik und Kirche streiten um hohe Verwaltungsgebühren und um Verträge für Kindergärten.

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2013 | 11:45 Uhr

Die Forderungen der Kirche sind zu hoch. Darüber waren sich die Mitglieder im jüngsten Sozialausschuss weitestgehend einig. 64 000 Euro soll die Stadt jährlich für die Verwaltung von vier Kirchen-Kindergärten in Glückstadt bezahlen – an den geplanten Träger, den evangelischen Kita-Verband. Bisher kostete die Verwaltung 48 300 Euro jährlich.

„Da fällt mir der Kit aus der Brille“, sagte Martin Meiners (CDU) zu der Forderung der Kirche, die er als zu hoch ansah. „Warum soll die Stadt freiwillig mehr zahlen?“

Hintergrund: Die Kirchengemeinde will die Trägerschaft ihrer Kindergarteneinrichtungen ab Januar an den evangelischen Kita-Verband abgeben, der bereits zwölf Kindergärten im Kreis verwaltet. Bisher wurden vier Prozent des laufenden Haushalts gezahlt. Jetzt sollen es 6,75 Prozent der tatsächlichen Personalkosten werden.

Bürgermeister Gerhard Blasberg erklärte, dass er bereit sei, die Aufgabe zu übernehmen: „Für vier Prozent macht es die Stadt.“ Auf der anderen Seite stellte er klar, dass die Stadt die Kirche als Träger der Einrichtungen behalten will. Letztlich war es Michael Kühl (SPD), der den Antrag stellte: „Wir vertagen den Tagesordnungspunkt, damit die Kirche nach anderen Möglichkeiten suchen kann.“

Pastor Stefan Egenberger – er hatte Rederecht im Ausschuss – erklärte zu den vier Prozent: „Das kann ich nachvollziehen.“ Bis auf eine Nein-Stimme von Heike Kühl (SPD) wurde die Vertagung beschlossen. Ein weiterer Punkt war die Neustrukturierung der Verträge. Mit der Familienbildungsstätte und der Sonnigen Spielstube gibt es keine Probleme, aber mit der Kirche (wir berichteten). Gerhard Blasberg bemängelte die Informationspolitik innerhalb der Kirche und regte eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Mitarbeiterinnen der Kitas, Elternvertretern, Politikern und Vertretern der Verwaltung sowie der Kirche an.

Es geht um ein Budget, dass den Kitas künftig zur Verfügung gestellt werden soll. Notwendig wird dies auf Forderungen von Kommunalaufsicht und Landesrechnungshof. Angelika Tesch von der Stadtverwaltung erarbeitete deshalb ein neues Modell zur Bemessung der Personalkosten. Innerhalb des Systems wird umgeschichtet – mit Einsparungen, denn die Stadt zahlt weniger Personalstunden. „Das macht pro Tag drei Minuten aus“, rechnete Blasberg pro Mitarbeiterin vor. „Das ist überbrückbar.“

Die Kirche ist mit diesem Modell nicht einverstanden. Vereinbart wurde letztlich, dass die Arbeitsgruppe zu einer Lösung kommt. Mit dem Ziel, eine einvernehmliche Lösung für einen Vertragsabschluss zu finden.

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