zur Navigation springen

Ausschussberatungen : Kita-Kosten schlagen ein wie Bombe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Haushaltsüberschreitungen in Burg entblößen das Elend: Insgesamt gibt es derzeit ein Defizit von rund 230 000 Euro. Allein der Petri-Kindergarten hat das Budget um 95 000 Euro gesprengt.

shz.de von
erstellt am 07.Sep.2013 | 05:49 Uhr

Es steht schlecht um den Burger Haushalt – das es nicht rosig aussieht, war eigentlich allen bewusst. Wie schlimm es aber wirklich ist, erfuhren die Mitglieder des Finanzausschusses Donnerstagabend von Kämmerer Marco Strufe. Einen enormen Teil hat der Petri-Kindergarten beigetragen, für den eine Haushaltsüberschreitung in Höhe von 95 000 Euro bekannt wurde.

Rund 230 000 Euro umfasst das nicht gedeckte Defizit nach aktuellen Berechnungen. Und dabei sind noch nicht einmal die Abschreibungswerte enthalten, die in der seit Anfang des Jahres gültigen doppelten Buchführung berücksichtigt werden müssen. „Das wird nochmal eine richtige Hausnummer werden“, warnte Strufe, der aber auch erklärte, dass die Ermittlung der Vermögenswerte, die in die neue Haushaltsberechnung einfließen, sehr aufwändig sei. Ein Jahr habe die zuständige Mitarbeiterin benötigt, um allein für Burg die Werte für die Eröffnungsbilanz zu ermitteln. Dennoch: Sämtliche Werte würden ohnehin rückwirkend zu Buche schlagen.

Die Gemeinde habe ein „strukturelles Defizit, weil die Einnahmen schlicht nicht mehr ausreichen, um die Ausgaben zu decken“, brachte es der Geschäftsbereichsleiter Finanzen trocken auf den Punkt. Die Ausschussmitglieder waren weitgehend sprachlos. Strufe empfahl, die außergewöhnlich hohe Haushaltsüberschreitung des Kindergartens im entsprechenden Gremium zu thematisieren.

Daniela Niebuhr (BurgAktiv) fragte, warum die Überschreitung erst jetzt bekannt geworden war, wo doch der Februar als Datum auf der Abrechnung vermerkt sei. Strufe erklärte, dass die Verwaltung auch erst jetzt Kenntnis erlangt habe. Auf Nachfrage habe das Rentamt, das die Abrechnungen erledigt, mitgeteilt, dass es nicht üblich sei, Gemeinden früher darüber zu unterrichten.

Neben der massiven Überschreitung des Haushalts durch den Kindergarten, hätten auch der nicht eingeplante Toilettenbau am Kahnanleger und die deutlich höheren Energiekosten für Gas und Strom die Kosten unplanmäßig ansteigen lassen. Ein Posten, der für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte, waren Aufräumarbeiten beim Klärwerk, die der Bauhof in Auftrag gegeben hatte, Kosten: rund 6400 Euro. Für Walter Arriens (BurgAktiv) ein Unding, dass ein so hoher Betrag nicht in den Ausschüssen besprochen worden sei. Das soll sich künftig ändern, waren sich alle einig.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen