Kita-Bedarf: Fragebogen für alle Eltern

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Lange Diskussion: Auskunft soll anonym erfolgen

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16. Juni 2012, 08:15 Uhr

Brunsbüttel | Alle Eltern, deren Nachwuchs die Kindertagesstätten der Stadt besucht oder auf einer Warteliste steht, erhalten einen Fragebogen, den sie bis Ende August ausfüllen und an die Stadt zurückgeben sollen. Dafür sprach sich der Bildungs- und Kulturausschuss nach eingehender Beratung aus. Mit knapper Mehrheit beschloss der von Olaf Hiel (CDU) geführte Ausschuss, die Fragebogenaktion anonym durchzuführen - darüber gab es eine mehr als einstündige Debatte.

Grundsätzlich befürwortet wurden Fragen nach dem Bedarf an Kita-Plätzen und nach der gewünschten Betreuungszeit. Auch die Frage, ob die Kinder am Mittagessen teilnehmen oder nicht, stand nicht in Rede.

Bettina Jebens (FDP) plädierte für eine namentliche Befragung. "Wir wollen doch mit den Eltern eine optimale Lösung finden", betonte die Freidemokratin. Die Fragen seien offen zu beantworten, da es ja nicht um Gehälter oder persönliche Angaben gehen solle.

Gerade das aber wurde in den weiteren Erläuterungen der geplanten Fragen durch Silke Neugebauer aus der Verwaltung der Stadt dargelegt. Fragen nach der Schulausbildung, ob die Eltern arbeitslos oder arbeitssuchend seien oder Hartz IV bezögen, berührten doch die Privatsphäre und dürften deshalb nur anonym gestellt werden. Bedeutsam ist die Beantwortung dieser Fragen, weil Sozialhilfeempfänger nur Anspruch auf eine vierstündige Betreuung ihrer Kinder haben, gab Silke Neugebauer zu bedenken. Früh- und Spätdienste in der Kita würden vom Kreis Dithmarschen nicht mehr gefördert.

Für Thorsten Pfahler (CDU) gingen diese Fragen zu weit. Sabine Mewes (SPD) hielt sie dagegen für wichtig; sie könnten aber nur anonym beantwortet werden. Die mit dem Kita-Forum abgestimmten Fragen sollen auch den Bedarf an Nachmittagsplätzen erkunden. Hier wurde sogar die Möglichkeit angesprochen, diese Betreuungszeiten durch einen Nachlass bei den Elterngebühren attraktiver zu machen. Die kontroverse Diskussion im Ausschuss rief Erstaunen bei Olaf Hiel hervor: "Ich hätte nie gedacht, dass so ein Fragebogen so viele Schwierigkeiten macht."

Während sich die Mehrheit schließlich für eine anonyme Befragung aussprach, sagte Hans-Jürgen Brütt (W.I.R.): "Ich bin für gar keine Befragung." Die Gründe der Eltern, ihre Kinder in die Kita zu schicken, seien für die Verwaltung völlig irrelevant, begründete er. Dagegen meinte Olaf Hiel: "Die Beantwortung der Fragen verbessert unser Wissen - und sie tut auch nicht weh." Einig war man sich am Ende aber darüber, die Fragen nach Hartz-IV-Bezug nicht zu stellen.

Im Ausschuss wurde bekannt, dass der Jakobus-Kindergarten mit 20 Nachmittagsplätzen ausgelastet sei, während in der Rappelkiste eine Nachmittagsgruppe eingerichtet werden könne. Gegenwärtig gebe es aber keinen Bedarf. Dagegen sind die Betreuungszeiten in den Vormittagsstunden nahezu ausgelastet. Hier seien, wie Silke Neugebauer den aktuellen Stand darlegte, zwei Plätze für Kinder unter drei Jahren und fünf Plätze für über Dreijährige nach frei. In der Kita "Arche Noah" stünden 20 Kinder unter drei Jahren auf der Warteliste.

Zum aktuellen Stand für den Ausbau von zwei Krippengruppen im Albert-Schweitzer-Haus erinnerte Silke Neugebauer daran, dass man sich ursprünglich nur auf das Erdgeschoss beschränkt habe. Neue Pläne, auch das Obergeschoss zu nutzen, seien an den Auflagen gescheitert. Die neue Landesbauordnung schreibt nämlich für Kitas barrierefreie Zugänge sowie bei Nutzung des Obergeschosses auch den Einbau eines Fahrstuhls vor. "Nun bleiben wir im Erdgeschoss", teilte Neugebauer mit. Olaf Hiel geht davon aus, dass diese U3-Gruppen erst im Jahr 2013 zur Verfügung stehen werden.

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