Krempdorf : Kirschernte ist Handarbeit

 Dicht an dicht hängen die reifen Kirschen an den Bäumen von Henning Harms.
Dicht an dicht hängen die reifen Kirschen an den Bäumen von Henning Harms.

Obstbauer Henning Harms setzt neben Äpfeln verstärkt auf die kleine rote Steinfrucht. Neun verschiedene Sorten hat er im Angebot

shz.de von
29. Juni 2018, 05:05 Uhr

Im vergangenen Jahr begleiteten wir den Krempdorfer Obstbauern Henning Harms durch sein Jahr – angefangen bei Wind und frostiger Kälte im Frühjahr bis hin zur Apfelernte im Spätsommer. Der 29-Jährige ist Herr über rund 40 000 Apfelbäume. In diesem Jahr erntet er auch Kirschen.

Vor drei Jahren pflanzte Obstbauer Henning Harms zusätzlich gut 550 Kirschbäume. Inzwischen sind aus den kleinen Bäumchen stattliche Obstbäume geworden. Jeder für sich bringt zurzeit rund vier Kilo Ertrag. „Das wird noch mehr“, erklärt Harms. Auf Kirschen als zusätzliches Standbein setzt der Landwirt, weil sich die süßen Früchtchen gut verkaufen lassen.

Bislang gibt es die Kirschen nur im Direktverkauf. Neun verschiedene Sorten hat Harms angebaut. Zum einen für eine geschmackliche Vielfalt, zum anderen, damit bis Mitte Juli stets mindestens eine Sorte reif ist. „Die schmecken alle lecker“, versichert der Obstbauer, der seine Bäume mit einem Hightech-Planendach schützt. „So kommen die Vögel nicht dran, und auch der Regen kann den Früchten nichts anhaben“, erklärt er die teure Investition. Die Kirschen könnten ohne Dach bei starkem Regen aufplatzen und faulen.

Harms’ Hof liegt direkt an der Dorfstraße. Nur wenige Schritte hinter dem Haupthaus befinden sich die Kirschbäume. Knallrot hängen die Früchte dicht an dicht. „Die roten sind noch nicht reif, geerntet werden nur die fast schon schwarzen“, erklärt der Hofherr.

Ganz früh jeden Morgen macht sich Harms gemeinsam mit einem Helfer ans Werk. Kirschenernte ist Handarbeit. Dass es so gut läuft, liegt auch am Wetter. Nach den Unbilden im Vorjahr sieht es bislang gut aus. Die viele Sonne im Mai sei zwar „grenzwertig gewesen“, wie Harms sagt, weil die Früchte etwas zu schnell reif und weich wurden, generell aber war „die Witterung bislang gut“. Auch zur Blüte. „Da konnten die Bienen problemlos fliegen.“ Damit die kleinen Bestäuber überhaupt an die Kirschblüten kamen, blieb während der Zeit das schützende Zelt an den Seiten offen. Gerade hat sich ein Vogel unter dem Dach eingerichtet. „Keine Ahnung, wie der da reingekommen ist“, sagt Harms. Nun werde es schwer, ihn wieder rauszubekommen. Aber ein Vogel sei ohnehin kein ernsthaftes Problem. 0,6 Hektar misst die Kirschenplantage. Da fällt ein kleiner Obsträuber nicht ins Gewicht. Weil das Dach derzeit stets geschlossen bleibt, musste Harms schon künstlich bewässern. Dafür sorgt der Schutz für weniger Fäulnis. Was wiederum zur Folge habe, „dass wir das Spritzen massiv reduzieren können“. Die Hauptanbausorte auf seinen Hof heißt „Regina“. „Die ist in Geschmack und Größe bisher noch nicht übertroffen worden und stammt aus dem Alten Land“, macht Harms Werbung für sein Premium-Produkt. Wer sich bei ihm mit frisch gepflückten Kirschen eindecken möchte, darf morgens ab 9 Uhr vorbeischauen. Ein großes Schild an der Straße weist den richtigen Weg. Ob der 29-Jährige den Hofverkauf irgendwann einmal ausdehnt, will er in den kommenden Jahren entscheiden. „Erstmal will ich sehen, wie es mit den Kirschen läuft.“

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