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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 14:27 Uhr

Kirchengemäuer ein Sanierungsfall

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Feuchtigkeit ist in die 100 Jahre alte Pauluskirche eingedrungen / Arbeiten kosten rund 300 000 Euro

von
erstellt am 22.Sep.2015 | 10:42 Uhr

Im Jubiläumsjahr der Pauluskirche haben seit kurzem Handwerker das 100 Jahre alte Brunsbütteler Gotteshaus zur Baustelle gemacht. Grund sind Feuchtigkeitsschäden, die es zu beseitigen gilt – im Außenmauerwerk, in Teilen des Dachs und besonders im Turm. Rund 300  000 Euro kostet die Sanierung, die Hälfte steuert der Kirchenkreis dazu.

Während das überwiegend kühle Wetter so manchen nervt, ist Anne Albrecht ganz froh über das derzeitige Klima. Denn die Architektin weiß, wie schnell zu heiße, trockene Luft die großflächige Sanierung der Fugen im Mauerwerk der Pauluskirche stören könnte. Der Mörtel ist in vielen Stellen locker, so dass die Fugen freigekratzt werden müssen. Danach werde sie neu verfügt. Und dann sei es besser, das Material könne langsam trocknen, so die Diplom-Ingenieurin. In der Vergangenheit wurden schon mal Fugen ausgebessert. Aber mit einem kontraproduktiven Ergebnis: „Da wurde falsches Material verwendet“, erklärt Albrecht. Folge: Der Zement löste sich von den Ziegeln, durch feine Risse konnte Feuchtigkeit eindringen und den Mörtel über Jahre lockern. Damit dies nicht wieder passiert, wurde vor Beginn der Sanierungsarbeiten der Rat der Materialprüfungsanstalt Bremen eingeholt. „Sowas muss man genau untersuchen.“ Überzeugt ist die Architektin vom Können der Bauherren vor 100 Jahren, als die Pauluskirche das angrenzende Beamtenviertel, die Gartenstadt der kaiserlichen Kanalverwaltung, ergänzte: „Die alten Rezepturen waren nicht die schlechtesten.“ Der neue Mörtel komme aber sehr nah.

Auch der Turm der Kirche weist Feuchtigkeitsschäden auf. Dort sei es komplizierter, erklärt die Architektin. Denn anders als beim Hauptgebäude handelt es sich nicht um ein zweischaliges Mauerwerk mit dazwischenliegender Luftschicht. Im Turm wurde gleich hinter das rote Ziegelmauerwerk ein gelblicher Stein gesetzt. Und der zieht Feuchtigkeit. Mit Hilfe eines speziellen Putzes soll das Mauerwerk ausgetrocknet werden. Das könne dauern, brauche Geduld, so Albrecht. Um die Stabilität des Kirchturms müsse man sich nicht sorgen, sagt sie: „Die haben gut gebaut vor 100 Jahren. Bei so dicken Wänden ist das kein Risiko.“

Eingedrungen ist Wasser über undichte Stellen im Dach. Pastor Klaus Struve ist froh, dass nicht das gesamte Dach erneuert werden muss – „das hätte nochmal 85  000 Euro mehr gekostet.“ So sollen lediglich die als undicht erkannten Bereiche saniert werden. Dazu gehören auch vier der insgesamt acht Gauben, die erneuert werden müssen.

Um das Gemäuer zu schützen und die Arbeiten auch bei Regen nicht zu beeinträchtigen, ist die Pauluskirche von Plastikplanen verhüllt. Bis Anfang November sollen die Fugen mit neuem Mörtel versehen und die Außenarbeiten beendet sein, sagt Anne Albrecht.

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