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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 17:19 Uhr

Kirchen-Sanierung dauert länger

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Restauratorin sucht in der Jakobuskirche nach geeignetem Putz, der zementhaltigen Wandbelag ersetzen soll

von
erstellt am 05.Mär.2015 | 12:51 Uhr

Die schlechte Nachricht vorweg: Anders als zunächst erwartet, zieht sich die Sanierung des Innenraums der Jakobuskirche in die Länge. Weder im März noch im April wird das 1724 in Brunsbüttel-Ort errichtete Gotteshaus für die Kirchengemeinde nutzbar sein. Die gute Nachricht, so Pastor Ingo Pohl, sei die Gewissheit: „Für ihr Alter ist die Kirche in einem guten Zustand.“

2014 wurden die zwölf Fenster und drei Außentüren, die vor knapp 300 Jahren eingebaut worden waren, für rund 80  000 Euro saniert. Jetzt geht es um die Wiederherstellung des Innenraums. Dort ist Diplom-Restauratorin Marion Friedrichsen zwischen eingepacktem Gestühl und ebenfalls mit Folien geschützem Altar am Werk. Sie nimmt den Putz unter die Lupe. Denn der ist unübersehbar an vielen Stellen kaputt. Das Problem: Nur zwei Jahre nach dem Anstrich der Innenwände traten 2013 die ersten Ausblühungen zu Tage. Besonders betroffen war der Altarbereich. Ein Fachmann bestätigte den Verdacht: Aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk drückte Salzkristalle aus den Wänden. Der verwendete Putz ist stark zementhaltig, was sich negativ auf das Wandklima auswirkt. Deshalb, so die Restauratorin, gehe es nun darum, „zu sehen, mit welchen Materialien wir zu einem guten Ergebnis kommen“. Und das brauche seine Zeit. Architektin Albrecht möchte sich nicht auf einen Termin für die Fertigstellung festlegen. Die Kosten sind zunächst ebenfalls noch offen. Für sie zählt am Ende ein ordentliches Ergebnis. Anne Albrecht verweist auf die Türen und Fenster: „Hier kann man sehen, was es ausmacht, wenn etwas restauratorisch richtig gemacht wird.“

Auf ein solches Ergebnis hofft Pastor Klaus Struve auch mit Blick auf die leer geräumte Orgelempore. Denn derzeit wird die historische Marcussen-Orgel in einer Fachwerkstatt restauriert. Und da gibt es offenbar viel zu tun. Denn in der Vergangenheit ist an dem Instrument viel verändert worden, dabei hat es seinen ursprünglichen Klang verloren. Den soll es zurückbekommen, schwärmt Struve: „Das wird wieder ein richtig hochwertiges Instrument.“ Die Rückkehr zum alten Klangvolumen hat ihren Preis.130  000 Euro sind für die Sanierung in der Bordesholmer Werkstatt veranschlagt. Was teuer klingt, ist ein Schnäppchen. Struve: „Ein richtig guter Neubau kostet eine halbe Million.“

Der Pastor weiß bereits, wie die Marcussen-Orgel außerhalb der Gottesdienste genutzt werden könnte: Es gebe viele Kirchenmusiker, die begeistert wären, darauf Konzerte zu geben. Das wäre geeignet, die Jakobuskirche aus ihrem Dornröschenschlaf wecken.

Einen ersten Schritt in diese Richtung könnte ein Fest zur Wiedereröffnung des historischen Gotteshauses im Spätsommer oder Frühherbst sein. Zumindest trägt sich Klaus Struve mit diesem Gedanken.

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