Kirchen machen gemeinsame Sache

Bereit für die Gemeindehochzeit: Sabine Schulte-Bock (l.) und Anne Wöckener-Gerber von der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde sowie Georg Alexy und Björn Schneidereit von der Innenstadtgemeinde.
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Bereit für die Gemeindehochzeit: Sabine Schulte-Bock (l.) und Anne Wöckener-Gerber von der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde sowie Georg Alexy und Björn Schneidereit von der Innenstadtgemeinde.

Innenstadt- und Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde beraten über Zusammenschluss

shz.de von
30. Januar 2015, 17:03 Uhr

Aus zwei mach’ eins – das ist der Plan, den die Innenstadtgemeinde und die Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Itzehoe verfolgen. „Wir haben einen Fusionsausschuss gebildet, der darüber berät, ob und wie ein Zusammenschluss möglich ist“, sagt Pastor Georg Alexy von der Innenstadtgemeinde. Morgen werden nach den Gottesdiensten Gemeindeversammlungen einberufen, auf denen die Pläne beraten werden. „Wir sind total ergebnisoffen“, sagt Pastor Björn Schneidereit aus der Innenstadtgemeinde. Letztlich entscheiden die Gemeinderäte. „Wir hoffen, dass wir bis zum Sommer so weit sind“, sagt Pastor Georg Alexy.

Obwohl der Zusammenschluss noch nicht beschlossen ist, haben die ernsthaften Fusionsbemühungen schon Konsequenzen – ganz konkret für Pastorin Anne Wöckener-Gerber aus der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde, die ab morgen statt einer halben eine ganze Stelle besetzt. Denn weil die Kirche den Pfarrstellenplan geändert hat, bekommen Gemeinden, die sich zusammenschließen wollen, einen Bonus. „Damit wird kein Druck ausgeübt, es geht darum, dass alle Gemeinden in den Städten besser ausgestattet werden – mit ganzen Stellen“, sagt Propst Thomas Bergemann. Das macht die Fusion für die beiden Gemeinden attraktiv, denn zusätzlich zu den Pastoren Alexy, Schneidereit und Wöckener-Gerber kann ein weiterer Pastor eingestellt werden, der in der Innenstadtgemeinde angesiedelt wird. „Am liebsten eine Frau“, sagt Wöckener-Gerber. Wann das so weit sein wird, ist unklar. „So bald wie möglich“, sagt der Propst nur dazu.

Anders als es oft in der Wirtschaft geschieht, hätten Fusionen bei der Kirche keine Entlassungen oder Schließungen zur Folge – und keinen Verkauf von Gebäuden. „Durch eine Fusion könnten wir noch enger zusammenrücken, uns in unserer Arbeit noch besser aufteilen“, sagt Wöckener-Gerber. Die Pastorin will etwa stärker in der Kirchenpädagogik tätig werden. „Zuletzt konnten wir in unserer Gemeinde nur noch basics machen, wie Taufen, Hochzeiten, Gottesdienste, Besuche, Beerdigungen – da wollen wir uns wieder breiter aufstellen.“

Das Zeitfenster für eine Fusion steht das ganze Jahr offen, aber Ende 2015 muss eine Entscheidung her. Danach sei der Zusammenschluss aus organisatorischen und wahltechnischen Gründen erst wieder im Jahr 2017 möglich, so Bergemann. Langfristig müsse Kirchen zu größeren Einheiten kommen. „Aber weitere Fusionen jenseits dieser Konstellation in Itzehoe sind nicht geplant.“

Die Pastoren der beiden Gemeinden hoffen, dass bis zum Sommer alles über die Bühne gehen kann – auch wenn sie dabei Widerstände überwinden müssen. „Klar“, gebe es in ihrer Gemeinde Vorbehalte gegen den Zusammenschluss“, sagt Sabine Schulte-Bock vom Kirchengemeinderat, der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde. Es könne der Eindruck entstehen, dass die große Innenstadtgemeinde mit 6900 Mitgliedern, die kleinere Gemeinde in Sude-West mit 1600 Mitgliedern „schlucken“ will. „Das sehen wir aber anders, die Vorteile überwiegen“, sagt sie.

Die Gemeindemitglieder sollen über alles mitentscheiden, der Fusionsausschuss will regelmäßig über seine Arbeit informieren. Wichtig wird vor allem der neue Name werden. „Wir warten auf Vorschläge“, sagt Georg Alexy. Anne Wöckerner-Gerber hat schon einen: „Ginge es nach mir, würde ich Dreifaltigkeitsgemeinde vorschlagen.“

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