Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf : Kirche will mehr Basisarbeit

Die Pastoren Antje Eddelbüttel , Ulrich Palmer und Propst Thomas Bergemann erläuterten die von der Synode verabschiedeten Pläne.
Die Pastoren Antje Eddelbüttel , Ulrich Palmer und Propst Thomas Bergemann erläuterten die von der Synode verabschiedeten Pläne.

Die Synode setzt neue Akzente für die Zukunft von Pfarrstellen, um vakante Positionen für Bewerber attraktiver zu machen.

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10. Dezember 2014, 12:02 Uhr

Neue Akzente setzen wollte der zehnköpfige Ausschuss des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf, der sich mit der Zukunft der Pfarrstellen beschäftigte. Die Zielsetzung: Dem Nachwuchsproblem entgegenwirken und attraktive Anreize schaffen, damit Pastoren sich verstärkt auf vakante Pfarrstellen bewerben. Doch wie macht man das?

Propst Thomas Bergemann sowie Pastorin Antje Eddelbüttel (St. Nikolai) und Ulrich Palmer (Hohenfelde-Hörnerkirchen) als Mitglieder des Ausschussteams stellten ihre Vorstellungen als Beschlussvorlage bei der jüngsten Kirchenkreissynode vor und wurden bewilligt. Nun heißt es:

1) mehr Vollzeit-Pfarrstellen schaffen,

2) den Pfarrstellenschlüssel senken, so dass Pastoren für weniger Gemeindeglieder zuständig sind,

3) die Wohnraumgröße der Lebenssituation von Pastorenfamilien anpassen.

Während Pastoren bislang in der Stadt für 2800 und auf dem Land für bis zu 2600 Gemeindeglieder zuständig waren, wird der Betreuungsschlüssel pauschal für alle auf 2200 gesenkt. Das koste zwar mehr, so Propst Bergemann, aber Pastoren seien Identifikationspersonen für die Gemeinde. Durch die neue Umrechnung entstehen zusätzliche Stellen, aber auch neu zu besetzende. So werden beispielsweise die 10 254 Gemeindeglieder der Friedenskirchengemeinde eine 100-Prozent-Pfarrstelle mehr bekommen. Die Region Elmshorn (Bugenhagen, Friedenskirche, St. Nikolai, Emmaus und Zum Guten Hirten) wird künftig statt mit rechnerisch 8,28 nun mit 10,36 Pastorenstellen wirtschaften können. „So bekommen die Gemeinden mehr Pfarrstellenkapazitäten, müssen dafür aber intern Vertretungen mit abdecken“, so Antje Eddelbüttel. Dennoch sei sowohl eine Effizienzsteigerung durch dauerhafte Arbeit vor Ort zu erwarten als auch eine moralische Stärkung, da die Ortsgemeinden gestärkt werden. „Ich gehe davon aus, dass es eine spürbare Entlastung für uns Pastoren bedeuten wird.“

Eine Pfarrstelle kostet 67 000 Euro pro Jahr, so der Propst. Netto entstehen dem Kirchenkreis durch den reduzierten Pfarrstellenschlüssel Mehrausgaben von 2,3 Millionen Euro. Der Betrag könne jedoch rechnerisch auf 50 000 Euro reduziert werden, da man ab 1. Januar 2015 – zugunsten der Basisarbeit in den Gemeinden – weg von übergemeindlichen Pfarrstellen wolle.

Künftig wolle man weg vom Gedanken des lutherisches Pfarrhauses, in dem die Gemeinde ein- und ausging und sich auch flexibleren Wohnmodellen öffnen. So soll es möglich sein, Wohnraum anzumieten, die individuell auf eine kinderreiche junge Familie oder einen allein lebenden älteren Seelsorger ausgerichtet ist.

Nun bleibt abzuwarten, ob sich der Kirchenkreis mit seinen 100 000 Gemeindegliedern für die Zukunft gut positioniert hat und der erhoffte Attraktivitätsgewinn für Bewerber auf Pastorenstellen erreicht wird. Fakt ist, dass eine Weichenstellung vorgenommen wurde: Weg von übergemeindlichen Stellen hin zu gemeindlicher Arbeit an der Basis.

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