Synode : Kirche plant mit elf Millionen Euro

Eine Sanierung der Stadtkirche im nächsten Jahr kann die Glückstädter Gemeinde noch aus Eigenmitteln stemmen. Dennoch wird bereits sparsam  gewirtschaftet.
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Eine Sanierung der Stadtkirche im nächsten Jahr kann die Glückstädter Gemeinde noch aus Eigenmitteln stemmen. Dennoch wird bereits sparsam gewirtschaftet.

Gemeinden erhalten 28,88 Euro Kirchensteuer pro Kopf / Sanierungen großer Gotteshäuser werden immer mehr zur Herausforderung.

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21. November 2013, 17:00 Uhr

Der Wirtschaftsplan für den Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf für das Jahr 2014 steht. Der Kirchenkreis kann für sich und seine sechs Regionen für das nächste Jahr mit mehr als elf Millionen Euro planen, die er über die Verteilung der Kirchensteuer von der Landeskirche erhält. Thomas Roßmann vom Fachbereich Finanzen stellte jetzt gemeinsam mit Propst Thomas Bergemann, Verwaltungsleiter Thomas Pomarius und Ute Preuß vom Fachbereich Bau die Finanzplanungen der Kirche für das nächste Jahr vor. Den Wirtschaftsplan hatte die Synode des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf, als höchstes Entscheidungsgremium für den Kirchenkreis, in Barmstedt beschlossen.

Die Landeskirche (Nordkirche) verteilt das Geld jährlich mit Hilfe eines Schlüssels, der die Mitgliederzahlen der Gemeinden, Bevölkerung und Bauten in den Kirchenkreisen berücksichtigt.

Mehr als vier Millionen Euro der Verteilmasse fließen in den Gemeinschaftsanteil, also decken die Posten ab, die die Kirchenkreis- und Gemeinden betreffen. Etwa 60 Pfarrstellen, Gemeinschaftsprojekte sowie Investitions- und Baumaßnahmen, die über Kirchengemeindegrenzen hinaus gehen, sind in dem Betrag enthalten. Zehn Prozent der gesamten Verteilmasse – und das ist festgeschrieben – gehen an den Posten „Dienste und Werke“.

„Von den übrigen 6,95 Millionen Euro sind 45 Prozent für den Anteil des Kirchenkreises und 55 Prozent für den Anteil der Gemeinden vorgesehen“, sagte Thomas Roßmann über die Verteilung der Steuereinnahmen. Pro Mitglied könnten die evangelischen Kirchengemeinden mit 28,88 Euro rechnen, so Propst Bergemann.

An die neun Gemeinden der Region Itzehoe gehen zum Beispiel knapp 680 000 Euro, die ihnen frei zur Verfügung stehen. Die Gemeinde in Glückstadt erhält knapp 179 000 Euro, die Gemeinde in Wilster gut 130 000 Euro.

Eins haben fast alle Gemeinden im Kirchenkreis gemeinsam: Die Zahl ihrer Mitglieder nimmt ab – damit haben sie weniger Geld zur Verfügung als im Vorjahr. Zählten im Jahr 2014 noch 106 279 evangelische Christen zum Kirchenkreis, so sind es jetzt nur noch 104 763 – ein Rückgang um 1,4 Prozent. „Von einer Austrittswelle kann jedoch nicht die Rede sein“, erklärt Kirchenkreis-Sprecherin Natalie Lux. Die abnehmenden Zahlen seien eher damit zu erklären, dass Kirchenmitglieder sterben.

Wenn den Gemeinden weniger Gelder zur Verfügung stehen bedeutet das immer häufiger, dass Sanierungen großer Kirchen nicht zu stemmen sind. Die relativ kleine St. Nikolai-Gemeinde in Elmshorn (3479 Mitglieder) kann eine Renovierung ihres Gotteshauses nicht mehr aus Eigenmitteln tragen. Der Kirchenkreis zahlt die Sanierung aus speziellen Bauinvestitions-Rücklagen.

Andererseits müssen die Gemeinden Abstriche machen und Immobilien aufgeben. In Wilster wird sich die Kirche zum Beispiel von zwei Pastoraten trennen.

In Glückstadt, wo im nächsten Jahr eine Sanierung des Kirchturms ansteht, sind noch genügend Rücklagen vorhanden. Die Gemeinde wird also wie vorgesehen ein Drittel des Projekts aus Eigenmitteln finanzieren, zwei Drittel übernimmt, wie immer bei solchen Sanierungen, der Kirchenkreis. Dennoch werde schon jetzt sparsam gewirtschaftet, erklärt Pastor Stefan Egenberger. Erneuerungen an Licht und Akkustik in der Kirche werden zurückgestellt und für eine neue Orgel werden Spenden gesammelt. In den kalten Monaten Januar bis März werden Gottesdienste nicht in der großen Kirche sondern im Gemeindehaus gefeiert und so mehr als 5000 Euro an Heizkosten eingespart.

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