Emporen-gemälde : Kirche: Bürger spenden für Bilder

Mit einem Wattebausch geht Tatjana Wolff an die Arbeit, um die Oberfläche der Bilder zu bearbeiten.
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Mit einem Wattebausch geht Tatjana Wolff an die Arbeit, um die Oberfläche der Bilder zu bearbeiten.

Tatjana Wolff restauriert Emporen-Bilder. Zu den Eröffnungsfeierlichkeiten der Matjeswochen heute um 17 Uhr sollen sie fertig sein.

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12. Juni 2014, 04:45 Uhr

Vorsichtig tupft Tatjana Wolff mit einem Wattebausch auf dem Bild. Dabei geht die Restauratorin sehr sorgfältig ans Werk. Denn die Fachfrau säubert eines der Emporen-Gemälde in der Stadtkirche. Möglich ist dies, weil Bürger dafür Geld spendeten. Insgesamt sechs der Werke werden von Tatjana Wolff bearbeitet.

„Es sind Tafel-Gemälde“, erklärt die 55-Jährige. Denn die Kunstwerke wurden einst auf Holztafeln gemalt. 156 Emporen-Gemälde insgesamt schmücken die Stadtkirche, zehn davon sind auf Leinwand gemalt.

Zuerst werden die Bilder gereinigt. „Ich nehme die Schutzschicht ab.“ Dafür verwendet sie ein spezielles Lösungsmittel über deren Zusammensetzung sie nichts verrät. „Das Harz wird zunächst entfernt.“ Die Bilder sind über die vielen Jahre verschmutzt, Russ und Staub haben ihnen zugesetzt. Hinzu kommt: „Der einst klare Firnis ist durch die Harze braun geworden. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang.“

Ist der Harz entfernt, macht sich Tatjana Wolff daran, kleine Fehlstellen der Farben auszubessern – klassisch mit „Palette und Pinsel“. Anschließend wird die neue Firnis aufgetragen - mit einem breiten Pinsel. „So wird die Oberfläche wieder gleichmäßig.

Die sechs Bilder, die restauriert werden, erzählen Geschichten aus dem Buch Samuel eins und zwei. Die Emporen-Bilder der gesamten Reihe stammen aus der Zeit von 1706 bis 1850. Alle Werke sind damals von Bürgern gespendet worden. Ihre Namen stehen in goldener Schrift unter den Bildern. Die Spender, die die Restaurierung jetzt möglich machen, bekommen zwar kein Namensschild, dafür aber eine Dokumentation über die Arbeit. Pro Bild werden 500 Euro Kosten gerechnet.

Der Bilderzyklus in der Stadtkirche beeindruckt. Er beginnt in der Südostecke des Querhauses der Kirche mit der Erschaffung der Welt und Begebenheiten des Alten Testaments. Die Bilder enden an der Empore der Nordwand in Höhe der Handwerkerkrone. Daran schließen sich mit der Geburt Christi Begebenheiten des neuen Testaments an. Den Abschluss bilden die Bilder mit der Passion und dem Jüngsten Gericht an der Südseite in Höhe der Kanzel.

Tatjana Wolff ist als Restauratorin seit über 20 Jahren immer wieder in der Kirche tätig. Zu ihren Arbeiten gehörte es bereits, einige andere Emporenbilder zu restaurieren. Die ersten waren nahe des Altarraumes. Die jetzigen sind oberhalb des Max Kahlke Bildes. So mitten im Raum sind sie auch für mehr Menschen sofort sichtbar.

Tatjana Wolff arbeitet immer wieder gerne in Glückstadt. „Ich fühle mich in dieser Kirche zuhause.“ Die barocke Stadtkirche sei eine der schönsten in Schleswig-Holstein.

Wer für die weitere Restaurierung von Emporen-Bildern spenden will, kann sich an das Kirchenbüro unter 04124/2009

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