Kinderpornos im PC - 3000 Euro Geldstrafe

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02. Oktober 2009, 10:05 Uhr

Itzehoe | Wollte er üble Machenschaften eines Bekannten aufdecken - oder besaß der 36-Jährige die Kinderpornos zum eigenen Vergnügen? Diese Frage blieb gestern vor dem Amtsgericht offen. Aber letztlich war sie für den Ausgang des Verfahrens auch nicht relevant. Denn fest stand: Bei dem Mann, der damals noch in Itzehoe lebte, wurden im Sommer 2008 auf dem Computer sowie auf CDs pornografische Bilder und Videos gefunden. In mindestens 90 Fällen hatten sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft "den sexuellen Missbrauch von Kindern zum Inhalt". Und alleine das ist strafbar, wie die Richterin erklärte. "Die Motive spielen keine Rolle."

Der 36-Jährige, der jetzt in Beidenfleth lebt, gab den Besitz der Dateien zu. Er habe festgestellt, dass ein Bekannter Bilder von den Kindern seiner Frau gemacht habe, sagte er. "Das ist auch zur Anzeige gekommen." Doch zwischen Anzeige und Verhandlung lagen zwei Jahre. Das habe er nicht hinnehmen wollen. Also habe er auf eigene Faust ermittelt. Deshalb habe er Kinderpornos heruntergeladen, um sich damit das Vertrauen von Informanten zu erschleichen.

Seiner Schilderung standen die Angaben des Kriminalbeamten gegenüber, der die Dateien ausgewertet hatte: Viele seien erst 2008 heruntergeladen und zuletzt im Juli 2008 geöffnet worden. Das Verfahren gegen den Bekannten war bereits 2007.

"Die Frage der Motive möchte ich ausdrücklich offen lassen", sagte die Richterin. Doch die Tat selbst sei erwiesen. Für den Angeklagten spreche, dass er nicht vorbestraft ist und den Besitz zugab. So waren sich Staatsanwaltschaft und Richterin im Strafmaß einig: 60 Tagessätze zu je 50 Euro.

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