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Kinderpornos auf dem Rechner: Sechs Monate Haft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 25.Nov.2014 | 12:41 Uhr

„Eine Freiheitsstrafe ist zur Verteidigung der Rechtsordnung hier von Nöten“, konstatierte Strafrichter Nikolaus Rittgerodt in seinem Urteil. Sechs Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung, brummte Rittgerodt dem 22-jährigen Arbeiter aus aus einer Gemeinde in der Nähe von Itzehoe auf. Der jünger wirkende junge Mann ist schuldig des Besitzes und der Verbreitung von pornografischen Schriften.

Über eine halbe Million pornografischer Bilder fand die Polizei bei einer März 2014 durchgeführten Hausdurchsuchung auf dem Rechner sowie auf diversen externen Speichermedien des Arbeiters. 23 764 Bilder zeigen Kinder unter 14 Jahren beim sexuellen Missbrauch, darunter sogar Fünfjährige. Weitere 5346 Bilder erfüllen den Tatbestand jugendpornografischer Schriften.

Hinter jedem Bild, das sich so ein Kinderpornograf wie der Angeklagte via Internet verschafft, steht der Missbrauch eines Kindes. Daher rührt die relativ hohe Strafe für den bis dato unbescholtenen Arbeiter. Dabei schlägt der generalpräventive Ansatz zu Buche. Da man nie weiß, ob aus einem Kinderpornografen nicht irgendwann ein Kinderschänder wird, muss sich der Arbeiter im Kieler Packhaus, einer auf Pädophile spezialisierten Einrichtung untersuchen- und bei Bedarf therapieren lassen. Zudem unterstellte Rittgerodt den Angeklagten der Bewährungshilfe. Die sagt ihm für die nächsten drei Jahre wo es lang geht.

Der noch zu Hause lebende junge Mann nahm das Urteil sofort an, womit es rechtskräftig ist. Was extrem selten ist in solchen Fällen sind zu ihnen stehende Vertrauenspersonen. Der 22-Jährige hat jemanden. Sein Vater begleitete ihn sogar zum Prozess. Das erkannte auch Richter Rittgerodt an, dennoch, es mag Fragen geben, die sich mit einem Außenstehenden besser besprechen lassen. Von daher rührt der Bewährungshelfer.

Erwischt hatte man den jungen Kinderpornografen bei einem Schleppnetzzug durchs Internet. Immer wieder durchleuchten Geheimdienste, aber auch nationale und internationale Polizeibehörden das Internet auf der Suche nach Tätern. Taucht eine IP-Adresse und somit der dahinterstehende Name auf, rückt schließlich die lokale Kriminalpolizei zur Hausdurchsuchung an. Oftmals wird sie dabei fündig. Der Arbeiter sammelte seit drei Jahren Kinder- und Jugendpornografische Bilder über den ICQ Chat. Aber er sammelte nicht nur, er gab diese Bilder auch an andere Täter weiter. Die erwartet nun ebenfalls Hausdurchsuchung, Prozess, Urteil und höchstwahrscheinlich Therapieauflage. Zumindest soll ein Psychiater drauf schauen und sein Urteil abgeben.

Wie allen Tätern dieser Couleur, so war auch dem Arbeiter der Prozess welcher ihn aus der geschützten Anonymität des Internets ans Licht der Öffentlichkeit zerrt, hochpeinlich. Nein, angeschaut habe er die Bilder nicht wirklich, nur weitergeleitet, er sei auf der Suche nach Frauen in seinem Alter plus minus zwei Jahren gewesen.

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