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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 13:44 Uhr

Kindergarten ohne Mauern und Zäune

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2014 | 17:53 Uhr

Auf Baumstämmen balancieren, in der Hängematte schaukeln und im Kletterbaum herumkraxeln – spontan nennen Erik (5) und Kilian (5) ihre Lieblingsbeschäftigungen im Waldkindergarten. Gemeinsam mit weitern 14 Mädchen und Jungen gehören sie zu den Schützlingen von Ute Waldhaus. Seit zehn Jahren betreut die Fachfrau den Nachwuchs der „Waldwühlmäuse“. Nach wie vor ist sie begeistert von ihrem Arbeitsplatz und schwärmt von der Idee einer Kita ohne „Mauern und Zäune“.

Angetan von der nicht alltäglichen Einrichtung zeigt sich auch Wiebke Tischler. In Begleitung von Kita-Leiterin Bianca Schwarz-Gewallig informiert sich das frisch gewählte Vorstandsmitglied des Vereins für Gemeindepflege (VfG) derzeit über die Kitas unter VfG-Trägerschaft. „Mit ist wichtig, dass die Vorstandsbeschlüsse nicht am grünen Tisch gefällt werden“, unterstreicht Tischler. Sie wolle die Praxis der alltäglichen Kindergarten-Arbeit kennen lernen und einen guten Draht zu den Mitarbeitern aufbauen. Vom besonderen Angebot des Waldkindergartens zeigt sie sich beeindruckt: „Hier können die Kinder die Natur und das Leben in ihr unmittelbar erleben.“ Rund ums Jahr herrsche auf dem Waldstück im Bereich der Störkathener Heide reger Betrieb im Takt der Jahreszeiten, erklärt Waldhaus. Im Frühling begrüßen die kleinen „Waldwühlmäuse“ das erste zarte Grün, im Sommer tummeln sie sich unter dem Blätterdach der Bäume, im Herbst freuen sie sich über ein üppiges Angebot natürlicher Spielmaterialien und im stillen Winter genießen sie den Tiefschlaf der Natur. Von Wind und Wetter lässt sich niemand den Spaß verderben. „Wenn es regnet, ziehen wir Regenjacken an“, lässt Erik sich nur kurz von seiner Rechenarbeit ablenken. Gleichmäßig zieht der Fünfjährige eine kleine Harke durch den Sand. Spielkameraden legen sich auf die glatte Fläche, andere malen mit Stöckchen die Körperlinien nach. Schon bietet die Sandgrafik ein tolles Umrissbild.

„Die Natur liefert uns unzählige Anregungen, die meistens viel spannender sind, als gängiges Spielzeug“, so Waldhaus. Dies rege alle Sinne an und fördere die motorische Entwicklung. „Die Kinder erlangen dadurch auch ein gesundes Körperbewusstsein.“

Als besonderes Merkmal falle ihr die Ruhe auf, sagt Tischler. „Die Kinder erfahren wieder Stille, weil der Wald den Lärm dämpft“, unterstreicht Schwarz-Gewallig.

Interessiert hört Tischler zudem, was sich in rund 14 Jahren Betrieb als Tagesablauf bewährt hat: Für einen festen Rahmen sorgen der morgendliche Begrüßungskreis sowie das gemeinsame Frühstück. Im extra dafür eingerichteten Unterstand gibt es auch eine Feuerstelle für Lagerfeuer. „Außerdem kann dort gemalt, geschnitzt und gesungen werden“, erklärt Waldhaus. Eine große Plane sorgt für Wetterschutz und Gemütlichkeit. Im grünen Bauwagen gegenüber sind Spielmaterialien und im angeschlossenen kleinen Holzanbau Gerätschaften untergebracht. Genutzt werden könne darüber hinaus eine Schutzhütte, die von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald unter Leitung von Hans Jochen Hasselmann erstellt wurde.

Die „Waldwühlmäuse“ tun derweil, was ihnen am besten gefällt: Sie verstreuen sich auf dem Gelände, um Kreativität und Fantasie freien Lauf zu lassen. Jedoch sind sie nicht immer auf der angestammten Fläche zu finden. Flexibel und spontan ist die Gruppe auch auf Erkundungstour im Wald und in der Heide unterwegs.

Derzeit stehen im Waldkindergarten zwei freie Plätze zur Verfügung.



>Informationen: Kita Kastanienallee, 04822/371 72, Waldkindergarten, Mobil: 0162/ 1388860.

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