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interview : Kinder in die Feuerwehr – „auf jeden Fall“

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Erst sechs und schon bei der Feuerwehr. Das ist genau richtig, findet Maren Ackermann, Leiterin der Itzehoer Jugendfeuerwehr. Sie begrüßt die Pläne der Kieler Landesregierung.

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erstellt am 08.Mai.2014 | 17:00 Uhr

Schon mit sechs statt bisher mit zehn Jahren in die Feuerwehr – das will die Landesregierung mit einer Novelle des Brandschutzgesetzes möglich machen. Richtig so, findet Maren Ackermann. Die 26-Jährige leitet die Jugendfeuerwehr bei der Freiwilligen Feuerwehr Itzehoe. Diese wurde vor gut einem Jahr gegründet und hat derzeit 23 Aktive zwischen 10 und 18 Jahren.

Frau Ackermann, was halten Sie von den Kieler Plänen?

Maren Ackermann: Dass es gesetzlich geregelt werden soll, finde ich sehr gut, damit auch eine Grundlage geschaffen ist, dass alles vernünftig ablaufen kann. Dass die Kinderfeuerwehren kommen sollen, ist das Beste, was es in der Feuerwehr geben kann. Wie es aufgebaut werden soll, ist eine zweite Geschichte.

Ist es sinnvoll, schon mit Sechs- oder Siebenjährigen zu arbeiten?

Na klar. Man macht es ja im Sportverein nicht anders, dass man mit sechs Jahren oder sogar noch früher anfängt. Warum soll man dann in der Feuerwehr nicht früher anfangen? Natürlich ist dann die Frage, was man bei der Kinderfeuerwehr macht. Es wird etwas anderes sein als das, was man in der Jugendfeuerwehr macht, und es wird auch etwas anderes sein als das, was man bei den Aktiven in der erwachsenen Wehr macht. Es ist natürlich ein ganz anderes Arbeiten.

Was bieten Sie in der Jugendfeuerwehr an, was in der Kinderfeuerwehr nicht ginge?

Vor allem arbeiten wir viel mehr an den Geräten, auch wenn wir in der Jugendfeuerwehr schon bestimmte Grenzen haben. Natürlich kann man den Kindern auch etwas zeigen. Aber mit Schläuchen oder Strahlrohren zu arbeiten, die großen Zeltlager oder Sportereignisse, dafür braucht es bei der Kinderfeuerwehr einen anderen Rahmen. Worum man sich in der Kinderfeuerwehr sehr viel kümmern kann, sind Brandschutzerziehung, soziale Kompetenzen, Teamfähigkeit – alles, was dort zusammengehört, und das spielerisch dem Alter entsprechend.

Sehen Sie darin auch eine Zukunft für die Freiwillige Feuerwehr Itzehoe?

Für die nächsten Jahre würde ich behaupten: Nein. Wir sind mit der Jugendfeuerwehr momentan komplett ausgelastet. Natürlich habe ich auch Interessenten, natürlich gibt es Achtjährige, die gern in die Feuerwehr eintreten wollen. Das Problem ist einfach, dass man dafür die Ausbilder und Betreuer haben muss. Man braucht jemanden, der sich den Hut aufsetzt. Das ist sehr schwierig, denn es ist immer sehr zeitintensiv und immer ein Ehrenamt. Und man macht es neben dem Ehrenamt in der normalen Feuerwehr. Bei uns ist die Einsatzintensität natürlich höher als in den Dörfern.

Halten Sie es für notwendig, dass Itzehoe eine Kinderfeuerwehr bekommt?

Ja, auf jeden Fall. Ich komme aus Niedersachsen aus einer Region, wo es seit mehreren Jahren Kinderfeuerwehren gibt. Man merkt einfach, dass aus der Kinderfeuerwehr ein Teil in die Jugendfeuerwehr geht und dementsprechend auch wieder ein Teil in die aktive Wehr. Man hat nicht nur den Kontakt zu den Kindern, sondern auch zu den Eltern. Auch diese kann man mit einbinden.

Sie erwähnten den Achtjährigen, der in die Feuerwehr möchte, aber nicht darf. „Komm in zwei Jahren wieder“ – ist das Ihre Antwort?

Das muss ich leider so machen. Das ist das große Problem, dass die ganzen anderen Vereine, vor allem Sportvereine, die Kinder wesentlich früher ranholen können. Dann sind sie weg für die Feuerwehr. Denn es ist immer sehr schwierig, sie zu motivieren, mit zehn Jahren noch zur Jugendfeuerwehr zu kommen.

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