Kinder erobern Paul-Gerhardt-Haus

Schlägt den Pflock ein: Pastor Kay Mordhorst (r.) und Pastor Stefan Egenberger (hinten) freuen sich, dass Bürgermeister Gerhard Blasberg 'schwer' arbeiten muss.
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Schlägt den Pflock ein: Pastor Kay Mordhorst (r.) und Pastor Stefan Egenberger (hinten) freuen sich, dass Bürgermeister Gerhard Blasberg "schwer" arbeiten muss.

Großes Sommerfest zur Einweihung: Neue Tagesstätte bietet 72 Mädchen und Jungen in in vier Gruppen Platz

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28. August 2012, 06:58 Uhr

Glückstadt | "Willkommen und Hallo" stand auf dem kleinen Papphaus, das vor dem Paul-Gerhardt-Haus zum Sommerfest mit Einweihung des neuen Kindergartens einlud. Gut 100 Gäste waren dieser Einladung gefolgt. Den Auftakt machte ein Familiengottesdienst. Das Begrüßungslied war treffend gewählt: "Jeden Tag, ob bei Sonne oder Regen, kommen wir zusammen unter Gottes Segen, beim Singen auf Erden können wir groß werden". Kurz vor dem Gottesdienst hatte es noch geregnet, während der Andacht blieb es aber trocken.

Pastor Stefan Egenberger stellte seine Predigt unter das Thema der großen Sintflut. Die Kinder "flohen" in die Arche Noah und die Erwachsenen bildeten die Geräuschkulisse für Regen, Sturm und Gewitter. Die Fluten verschwinden, mit dem Zeichen des Regenbogens gibt Gott ein Versprechen, dass er nie wieder die Menschen mit einer Sintflut strafen wird. Nach der Predigt eroberten die Kinder die überall auf dem Gelände aufgebauten Spielstände und erprobten ihre Geschicklichkeit.

Die Erwachsenen lauschten den Ausführungen der Gastredner. Geschäftsführer Carten Voß vom Architekturbüro Roggenkamp und Bley wies in seinem Grußwort darauf hin, dass der Kindergarten-Umbau einen langen Vorlauf hatte. Start war im Oktober 2010 mit ersten Sitzungen der städtischen Ausschüsse. Die eigentliche Planung begann im Mai 2011, der Bauantrag wurde im Oktober 2011 gestellt und im März 2012 war Baubeginn. Zwölf Unternehmen waren an der Fertigstellung beteiligt. Nach dem Umbau bietet das Paul-Gerhardt-Haus Platz für 72 Kinder aller Altersgruppen. Es gibt zwei Kinderstubengruppen für je 20 Kinder, eine Regelgruppe mit 22 Kindern und eine Krippengruppe für zehn Kinder.

350 000 Euro haben die Beteiligten in den Umbau investiert. Bund und Land stellten 260 000 Euro bereit, der Kreis 30 000 Euro. Die Kirche ist mit einem Kredit in Höhe von 60 000 Euro beteiligt, der von der Stadt refinanziert wird.

Acht Mitarbeiterinnen kümmern sich künftig liebevoll um das Wohl der anvertrauten Kinder. Meike Thomsen hat die kommissarische Leitung noch bis zum Monatsende inne. Deshalb durfte sie den Scheck des Planungs- und Bauteams in Höhe von 920 Euro auch aus den Händen von Carsten Voß und Kai Kohn in Empfang nehmen.

Pastor em. Kay Mordhorst erinnerte an die jetzt 45-jährige Geschichte des Hauses, für das er 16 Jahre zuständig war. Ursprünglich sollte auf dem großen Gelände ein Gemeindehaus mit Kirche und Kirchturm entstehen. Es wurde aber nur das Gemeindehaus verwirklicht - zusätzlich mit der Nutzung durch Kinderstuben und andere Gruppen. Als Gastgeschenk hatte Mordhorst eine rote Kastanie mitgebracht, die den Kindern beim Spielen Schatten bringen soll. Das wird zwar noch etwas dauern, aber eingepflanzt und mit Stützen versehen wurde der Baum mit tatkräftiger Unterstützung von Bürgermeister Gerhard Blasberg.

Heidi Winther überbrachte die Glückwünsche der Lebenshilfe Steinburg. In einem neuen Modellprojekt mit Jugend- und Sozialhilfe will die Lebenshilfe auch auf das Gelände in Glückstadt-Nord ziehen. Damit wird die Kinderbetreuung um einen weiteren Mosaikstein erweitert. Die Planungen dafür laufen bereits.

Für Essen und Trinken war beim Sommerfest für Jung und Alt gesorgt. Die Möglichkeit, das neue Paul-Gerhardt-Haus zu besichtigen, wurde an diesem Tag reichlich genutzt.

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