Kinder brauchen klare Grenzen

Nennt die Trotzphase lieber Autonomiephase: Referentin Jana Hagemann.
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Nennt die Trotzphase lieber Autonomiephase: Referentin Jana Hagemann.

Am dritten Themenabend der Kitas aus Wilster und der Wilstermarsch ging es um die Trotzphase

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05. März 2015, 17:00 Uhr

Zum dritten Mal hatten sich die Kitas aus Beidenfleth, Wewelsfleth, Brokdorf, St. Margarethen, Ecklak und Wilster zusammengetan, um mit einem Themenabend spezielle Schwerpunkte zu setzen. Diesmal galt das Augenmerk der Trotzphase. „Es ist schön, dass so viele gekommen sind.“ Begeistert begrüßte Susanne Lindemann, Leiterin der Kindertagesstätte „Schwalbennest“, zahlreiche Eltern und Erzieherinnen zum gemeinsamen Elternabend aller Kindertagesstätten aus Wilster und der Wilstermarsch. Besonderen Dank richtete Susanne Lindemann an Schulverbandsvorsteher Walter Schulz, da der Schulverband für die Veranstaltung wieder die Mensa in der Gemeinschaftsschule Wilster zur Verfügung stellte.

„Ihr zahlreiches Erscheinen zeigt das Interesse“, meinte Susanne Lindemann an das Publikum gewandt. Darüber freute sich auch Referentin Jana Hagemann aus Hamburg, die locker über die oftmals Eltern nervlich an ihre Grenzen bringende Herausforderung sprach – unter dem Titel „Wenn Nein sagen zum Kraftakt wird!“ oder „Gute Fahrt durch eine schwere Zeit“. Die Entscheidung für das Thema sei im Vorfeld durch Abfrage in der Elternschaft gefallen. „Die Trotzphase ist ein schwieriger Abschnitt, der allgemein negativ besetzt ist.“ Damit wollte die Referentin, selbst Sozialpädagogin, aufräumen. Sie nutze lieber das Wort Autonomiephase, denn das Kind bewege sich auf dem Weg hin zur Selbstständigkeit. Darauf ging sie, auch mit aufmunternden Rezitationen aus entsprechender Fachliteratur, mit Beispielen ein. Darin widerspiegelnd die Feststellung „wie Kinder ticken“, die Entwicklung zwischen zweitem und viertem Lebensjahr und „wofür das so gut ist“. Das Ganze abgerundet mit Tipps für Eltern.

Dabei bemühte sich Jana Hagemann, in ihre Ausführungen die Zuhörer gleich mit einzubeziehen. Sie regte Eltern an, über Situationen nachzudenken und auch aus dem Publikum heraus mögliche Reaktionen zu erörtern. Der Einstieg: eine „kleine Murmelrunde“ – Eltern sollten mit ihren Sitznachbarn austauschen, was sie jeweils gerade an ihre Grenzen bringt. „Jauliges“ Reden, der Kampf mit dem Fernseher, sich nicht anziehen lassen, nicht die Zähne putzen wollen, mit den Füßen trampeln und der „Einkaufskampf“ im Supermarkt wurden anschließend genannt. Schon im Vorwege beruhigte Jana Hartmann die Eltern: „Die Phase geht vorbei.“ Was keinesfalls nur abwartende Haltung bei den Eltern bedeuten sollte. Im Gegenteil. Die Referentin warb um Verständnis für die Entwicklung der Kinder in ihren einzelnen Phasen. „Bis zum vierten Lebensjahr geschieht so viel in der Entwicklung wie in keiner anderen Lebensphase.“ Das hieße aber nicht, dass Eltern sich anpassen sollen, vielmehr gelte es klare Grenzen aufzuzeigen. Es sei wichtig, auch Nein zu sagen. Kinder steckten ihre Grenzen ab, wobei es auch um die Auseinandersetzung mit dem Selbstbewusstsein und den Emotionen anderer Menschen gehe. „Kinder brauchen klare Aussagen der Erwachsenen, brauchen Orientierung und Sicherheit.“ Dabei gehe es nicht um Macht, sondern darum, „alles zu lernen, was sie in wenigen Jahren beherrschen sollen“. Und dafür sei es unheimlich wichtig miteinander zu kommunizieren. „Geben Sie Ihren Kindern Vertrauen und eine liebevolle Begleitung.“  

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