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Hochhäuser in Itzehoe : Kiel fordert Brandschutz-Prüfungen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach dem Großfeuer im Londoner Grenfell Tower muss die Bauaufsicht Itzehoe die Sicherheit von Hochhäusern in der Stadt kontrollieren.

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Mindestens 81 Menschen kamen bei dem Feuer ums Leben: Am 14. Juni brannte der 24-geschossige Grenfell Tower im West-Londoner Stadtteil North Kensington weitgehend aus. Innerhalb kürzester Zeit hatten sich die Flammen über eine erst wenige Monate zuvor angebrachte neue Fassadenverkleidung bis in die obersten Stockwerke ausgebreitet.

Auch in Itzehoe wurde daraufhin der Brandschutz an Hochhäusern diskutiert, bundesweit wurden Fragen nach den Sicherheitsstandards hierzulande aufgeworfen. Das schleswig-holsteinische Innenministerium hat die Bauaufsichtsabteilungen im Land deswegen aufgefordert, die entsprechenden Gebäude zu kontrollieren – ob Brandverhütungsschauen erfolgt sind, ob Mängel festgestellt und ob diese fristgerecht beseitigt wurden. „Noch läuft die Überprüfung, welche Häuser unter diese Richtlinie fallen“, erklärt Stadtsprecher Frank-Dieter Simon. Dann sollen die Kontrollen beginnen. Eine Rolle spiele dabei unter anderem, in welcher Höhe der bewohnbare Teil eines Gebäudes liegt.

In der Regel definieren die Landesbauordnungen Gebäude dann als Hochhaus, wenn der Fußboden mindestens eines Aufenthaltsraumes mehr als 22 Meter über der Geländeoberfläche liegt – da Feuerwehrleitern in der Regel nur eine „Nennrettungshöhe“ von 23 Metern erfüllen können. In Itzehoe wären das beispielsweise die Häuser auf dem Holstein-Center – am Feldschmiedekamp 4 sowie an der Brunnenstraße 5.

Schleswig-Holstein habe mit der Landesbauordnung und der Hochhausrichtlinie zwar seit langer Zeit ein „hohes Sicherheitsniveau“, schreibt Robert Reußow von der Bauaufsicht des Landes im Erlass des Ministeriums für Inneres, ländliche Räume und Integration, der unserer Redaktion vorliegt. „Dennoch ist es nicht auszuschließen, dass abweichend gebaut oder instand gehalten wurde.“ Aus diesem Grund halte es das Ministerium für geboten, „dass sich die unteren Bauaufsichtsbehörden zunächst einen Überblick verschaffen, wie sich die Situation insbesondere hinsichtlich der Fassadendämmungen und -verkleidungen an Hochhäusern im Land darstellt.“

Außerdem sei zu prüfen, ob die vorhandenen Fassadendämmungen und -verkleidungen den Anforderungen der Hochhausrichtlinie (HHR) entsprechen beziehungsweise eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung aufweisen – oder ob abweichend andere Bauprodukte verwendet wurden. „Auf die vordringliche Überprüfung von Hochhausfassaden, die aus Aluminium-Verbundplatten bestehen, weise ich ausdrücklich hin“, so Reußow.

Bis Ende dieses Monats sollen die Ergebnisse der Überprüfung vorliegen, aktuell sind in Kiel die Daten von neun der insgesamt 33 angeschriebenen Bauaufsichtsbehörden im Land eingegangen, wie Pressesprecher Dirk Hundertmark aus dem Innenministerium auf Anfrage mitteilt. Aus dem Kreis Steinburg gab es bislang noch keine Rückmeldung. Die Stadt Itzehoe aber bemühe sich, die Frist aus Kiel einzuhalten, so Frank-Dieter Simon.

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