Keramikstadt - Politur für ein Markenzeichen

Konstruktive Kritik einer Keramik-Fachfrau:  Annette Ody will das Profil der Stadt schärfen.
Konstruktive Kritik einer Keramik-Fachfrau: Annette Ody will das Profil der Stadt schärfen.

Mehr Töpfernachwuchs und Werkstätten: Fachfrau Annette Ody wünscht Gespräch mit Kellinghusener Politik

shz.de von
19. September 2012, 07:37 Uhr

KELLINGHUSEN | "Keramikstadt" - schon seit längerem wirbt die Stadt mit diesem Markenzeichen. Kritik daran nahm der Verein Keramik Centrum Kellinghusen (KCK) jetzt nicht etwa verschnupft auf. Im Gegenteil: "Als glücklichen Zufall", begrüßte KCK-Vertreterin Margarete Mehrens-Alfer im vergangenen Kultur- und Wirtschaftsausschuss die offenen Worte der Fachfrau Annette Ody. Grund dafür ist, dass die Leiterin der Keramikfachschule Landshut es nicht bei Worten belassen, sondern ein Engagement mit Rat und Tat folgen lassen will.

Zustande gekommen war die Begegnung durch Töpfermeister Mathias Frank - der als einziger Keramiker in der Stadt noch Nachwuchs für seinen Berufsstand ausbildet. "Wir haben uns bereits mit Frau Ody zusammengesetzt", erklärte Mehrens-Alfer. Ein zusätzlicher Besuch des Töpfermarktes habe zusätzliche Ideen für den Keramikstandort sprießen lassen. Zudem habe Ody das Interesse eines weiteren Experten für den Keramikstandort geweckt. "Dies ist Klaus Lehnhäuser, Schulleiter der Fachschule für Keramikgestaltung und Keramiktechnik Höhr-Grenzhausen", so Mehrens-Alfer.

Ein erstes gemeinsames Vorhaben nimmt bereits Konturen an: Töpfernachwuchs soll zum Berufsstart ein ein- bis zweijähriger Aufenthalt vor Ort schmackhaft gemacht werden. "Eventuell könnte nach Neumünsterschem Vorbild sogar eine Stadttöpferei eingerichtet werden", fügte Mehrens-Alfer hinzu. Zunächst wünschte sie sich jedoch eine gemeinsames Gespräch mit politischen Vertretern. Wenn die Fachleute sähen, dass die gesamte Stadt hinter dem Projekt Keramikstadt stehe, gebe es bald nichts mehr an der Marke zu kratzen.

Ausschussvorsitzender Marcus Wack (BFK) hatte an einem Gespräch mit Ody teilgenommen. "Spannend und interessant" nannte er, was Ody über bereits bestehende Ideen und Strukturen gesagt hatte. Von einem künftigen Zusammenspiel von KCK, Stadt und den Direktoren der Schulen in Höhr-Grenzhausen und Landshut verspreche er sich daher viel.

Bürgermeister Axel Pietsch (BFK) räumte die Notwendigkeit einer Schärfung des Profils Keramikstadt ein. Die geplanten Künstlerwerkstätten seien jedoch nicht zum Nulltarif zu haben. Daher sollte konsequent darüber nachgedacht werden, ob die Stadt dafür auch Geld in die Hand nehmen wolle. Diskutiert werden soll das umfang reiche Thema Keramikstadt bei einem Treffen im November.

Teilnehmen sollen daran neben dem KCK und den Keramikfachleuten Ody und Lehnhäuser das komplette Gremium sowie die Vorsitzenden der einzelnen Fraktionen. Parole dafür von Timo Laackmann (CDU): "Eigentlich kann uns nichts Besseres passieren."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen