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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 04:26 Uhr

Keramikkunst vom Feinsten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Über 60 Aussteller präsentierten in Kellinghusen ihre Arbeiten / Töpfermmarkt litt am ersten Tag unter Regen / Besucherandrang am Sonntag

von
erstellt am 13.Aug.2017 | 12:44 Uhr

Zweigeteiltes Bild in der Kellinghusener Innenstadt am Wochenende: Zumindest einen halben Strich machten Regen und grauverhangener Himmel den Organisatoren und Standbetreibern des Töpfermarkts in diesem Jahr durch die Rechnung. Nach ausgiebigem Regen ließen sich erst am zweiten Tag mit der Sonne auch die Besucher blicken. Mehr als 60 Keramiker aus ganz Deutschland präsentierten wieder ihre Arbeiten auf dem oberen und unteren Marktplatz. Die Aussteller waren vor allem am ersten Tag froh über die Buden, in denen sie trocken stehen konnten.

In einer Bude bot auch Hans-Peter Meyer aus Bischofswerda seine geschichtlichen Motive an – so Freiherr von Drais mit dem Vorläufer des Fahrrades, eine Fayence zum Reformations-Jubiläum und ein Motiv von Adam und Eva. „Aufgrund des Wetters war es in diesem Jahr kompliziert“, befand er am ersten Tag. „Aber die wahren Liebhaber kommen dennoch. Ich warte nun nur noch auf den Sonnenschein.“ Katrin Schober aus Hoisdorf-Oetjendorf, die Steinzeug, Raku und Obvara-Techniken ausstellte, nahm es mit Humor: „Der Markt ist gut organisiert, nur das Wetter leider nicht“, sagte sie. Trotzdem bemerkte sie: „Auch wenn es weniger Publikum ist – die Stammkunden kommen immer.“ So wurde sie ihre hellen, bräunlichen Gefäße mit einer speziellen Glasur, um die Figur abzudichten, dennoch los. „Die Technik habe ich bei einem Workshop in der Türkei gelernt“, erzählte sie.

Herausragende Objekte gab es auch bei Astrid Geruhn aus Neuendorf-Sachsenbande. Ihr dreiteiliges Schalenensemble war einem unterschiedlich weit geöffneten „Reißverschluss“ nachempfunden. Darüber staunten auch Robert und Helga Kunnen aus Mainz, die gerade in Eckernförde im Urlaub sind und den Geburtstag von Helga Kunnen mit einem Ausflug nach Kellinghusen und einem Besuch an ihrem Stand verbanden. „Das Wetter ist überall gleich“, so Robert Kunnen: „Es regnet an der Ostsee und in Mainz.“ Aber: „Wir sind sehr positiv überrascht von der Qualität des Marktes und erfreut über das Angebot“, sagte er. „Wir wissen, wie viel Arbeit darin steckt und erhalten hier einen schönen Überblick.“

Ruth Kirsch aus Krefeld war mit Keramikdesign vertreten. „Hierher kommt ein gutes Publikum, das sehr interessiert ist und trotzdem da ist, auch wenn es regnet“, freute sie sich. „Es gibt eine schöne Auswahl, der Ton ist vielfältig, und es stehen ausschließlich Könner auf dem Markt“, bemerkte sie. „Denn alle haben eine Ausbildung, sind Meister und Designer. Das sieht man dem Markt an.“ Mit einem etwas anderen Angebot beeindruckte Stina Tummel aus Flörsheim-Weilbach (Main-Taunus-Kreis/ Hessen). Sie präsentierte Figuren aus Ton, überwiegend Frauendarstellungen.

Andreas Dethlefsen vom Keramik Centrum Kellinghusen (KCK), der den Markt am Sonnabendmorgen bei strömendem Regen gemeinsam mit dem stellvertretenden Bürgermeister Peter Löbel eröffnet hatte, sagte dennoch: „Keiner ist enttäuscht, wir haben nur die Hoffnung, dass es am zweiten Tag besser wird.“ Und das wurde es dann auch. Dann bekamen die Besucher die große Vielfalt bei Sonnenschein geboten – von dekorativen Plastiken über Gebrauchsgeschirr bis hin zu Pflanzgefäßen und originellen irdenen Mitbringseln. Für Unterhaltung sorgte das Rahmenprogramm, und im Museum gab es wieder eine Sonderausstellung zum Thema Keramikkunst.

Organisator Michael Gatke war zumindest am ersten Tag noch etwas geplättet. „Was soll ich sagen – es regnet.“ Doch Sonntag hellten sich seine Gesichtszüge merklich auf. Mit dem Sonnenschein kamen auch die Besucher, so dass Gatke am Ende des Töpfermarktes ein positives Fazit ziehen konnte.

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