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Norddeutsche Rundschau

22. August 2017 | 01:59 Uhr

Keramik-Faszination litt unterm Wetter

vom

Der 27. Kellinghusener Töpfermarkt beeindruckte trotzdem mit einer besonderen Präsentations-Vielfalt

Kellinghusen | Das Angebot war wieder umfangreich: Gefäße, Vasen, Teller, Schalen und Tassen, aber auch Kunstfiguren und Gartendeko, so weit das Auge reichte - nur das Wetter spielte nicht ganz mit. Durch Regen, Wind und kühle Temperaturen lockte der Töpfermarkt weniger Besucher an als im vergangenen Jahr, und auch das Rahmenprogramm litt darunter.

An zwei Tagen boten am Wochenende erneut knapp 70 Aussteller ihr riesiges Repertoire am Steinzeug und Keramik. Von der Kirchenmauer über die obere Hauptstraße bis zum oberen und unteren Markt bot sich ein interessantes Bild. Etwas hob sich die Engländerin Sarah Michael mit ihren bunten, knutschenden Figuren, die sie mit ihrem Mann Hans van Stein aus De Zilk in Holland verkaufte, von den konventionellen Keramiken ab. Kundin Marita Vogel aus Breitenberg hatte bei ihr eine knallbunte Tasse mit zwei hervortretenden weiblichen Brüsten erstanden. "Ist das jetzt frivol?", fragte sie, um sich die Antwort gleich selber zu geben: "Ich nutze sie als Gebrauchsgegenstand. Ich habe keine Angst vor Kitsch."

Auch Hans-Peter Meier aus Bischofswerda verkaufte Ungewöhnliches. Auf seinen in gesetzten weißen Grundtönen gehaltenen Fayencen aus Sachsen hatte er Motive aus der Märchenwelt gemalt, wie etwa die Bremer Stadtmusikanten. "Und trotz des wechselhaften Wetters ist der Verkauf gut."

Antike Tiere, Ameisenbären und Maikäfer, teilweise bunt gemustert, hatte hingegen Ross Campbell aus Berlin im Angebot, das auf dem oberen Marktplatz viel Interesse weckte. "Es ist ein schöner Markt, ich war schon mehrmals da", sagte er, musste dann aber schon der nächsten Kundin auch schon die nächste Frage beantworten. Eine ganz ausgefallene Art von Keramik-Kunst präsentierten Anja und Roland Lirk-von Becher aus Königsfeld bei Köln. Sind keramische Erzeugnisse sonst eher klein und meist auf Geschirrgröße beschränkt, so beeindruckten sie hier mit Überdimensionalem. Sie hatten - "... einzigartig in Europa!" - einen ganzen Torbogen aus Keramik aufgestellt, dazu Tische, Stühle und Kugeln - allesamt durch Stahlkorsette, Schenkel und Dübel gehalten und aus Steinzeug gebrannt. Beeindruckt war davon Marianne Pretorius aus dem Herzogtum Lauenburg. "Ich musste einfach unter dem Bogen hindurchgehen. Ein erhebendes Gefühl!"

Für den Keramikerberuf warben in einem Zelt auf dem unteren Markt die Keramikschule Landshut und die Landesberufsschule Heide. Die Auszubildenden Franziska Job, Cordula Lübeck und Lelde Wiener stellten den Ausbildungsberuf vor und verkauften eigene Erzeugnisse. "Von dem Verkauf wollen wir die Schule in Landshut besuchen", sagte die Leiterin aus Heide, Dr. Nora Jensen.

Nebenan konnten Kinder beim "Rantzauer Töpferbedarf" töpfern, während Jan Wienberg die Kunst des Töpferns live erklärte. "Ich will Wertschätzung für das Handwerk hervor rufen, und es machten viele Interessenten mit", berichtete er erfreut.

Mit-Organisator Michael Gatke war zwar mit dem Ablauf zufrieden, konnte es aber mit dem Wetter nicht sein. "Zumindest am ersten Tag hat es immer im falschen Augenblick geregnet."

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erstellt am 12.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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