zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

14. Dezember 2017 | 01:56 Uhr

Kentern will gelernt sein

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seglernachwuchs übt im Brunsbütteler Hallenbad das Aufrichten von Booten

„Ich hatte schon etwas Angst, als ich das erste Mal mit der Optimisten-Jolle auf der Stör gekentert bin“, gestand Hendrik offen ein. Seit mittlerweile acht Jahren segelt der 14-jährige Nachwuchssegler aus Beidenfleth nun schon. Heute sei das Aufrichten des Segelbootes der Einstiegsklasse für ihn ein Kinderspiel. Damals wäre er ohne die Anweisungen, die er vom Begleitboot aus erhielt, jedoch aufgeschmissen gewesen. „Ein Kentertraining im geschützten Rahmen ist eine tolle Sache um die grundlegenden Techniken zu erlernen“, zeigte sich Hendrik begeistert.

Erstmalig waren neben den vereinseigenen Nachwuchsseglern auch die jugendlichen Mitglieder des Beidenflether Segler-Vereins zu dem traditionellen Kentertraining der Jugendgruppe der Seglervereinigung Brunsbüttel (SVB) eingeladen. Dieses fand bei sommerlichen Wasser- und Lufttemperaturen, ohne Wind und Wellengang im Hallenbad LUV statt.

„Natürlich ist es wesentlich schwerer, bei Wind und Wellengang eine gekenterte Opti-Jolle auf der Elbe oder der Stör wieder aufzurichten“, sagt Fynn Ausborm. Dennoch sei es wichtig, solch ein Training durchzuführen. Die Teilnehmer lernen nicht nur die Handgriffe, die sitzen müssen, um eine Jolle wieder aufzurichten, sondern gewinnen insbesondere an Selbstsicherheit. „Jeder kann hier die Erfahrung machen, dass es beispielsweise gar nicht schlimm ist, wenn man unter das Boot gerät. Die dort vorhandene Luftblase liefert ausreichenden Sauerstoff, um einige Minuten dort zu bleiben und sich zu sammeln“, erklärt der 18 Jahre alte Jugendvorsitzende. Sobald man gegen den Auftrieb der Schwimmweste unter dem Boot hervorgetaucht ist, kann das Aufrichten erfolgen. „Wichtig ist, dass die Jolle gegen den Wind aufgerichtet wird, damit der Wind das Boot nicht gleich in entgegengesetzter Richtung wieder umhaut“, verrät Fynn Ausborm eine Grundregel. Und der Segler sollte über den hinteren Bootsteil der Jolle einsteigen. Auch das verhindert ein erneutes Kentern.

Jedes Vereinsmitglied im Alter bis zu 15 Jahren, das in der SVB in der Einsteigerklasse segelt, sollte aus Sicherheitsgründen solch ein Training absolviert haben. Die Grundlagen, die die Teilnehmer erlernen, werden später auch in der nächst hören Bootsklasse benötigt. Vom Ablauf her unterscheidet sich das Aufrichten der größeren Piraten-Jolle nicht großartig. Geübt werden könne dies jedoch nicht so häufig, da die Gefahr, dass etwas kaputt geht, einfach zu groß sei. „Ein Pirat hat eine Segelfläche von rund zehn Quadratmetern und auch sonst wirken beim Aufrichten gewaltige Kräfte auf das Material, das durch solch ein Training schnell ermüden würde“, erklärt Fynn Ausborm.

Rund 60 Mitglieder zählt die Jugendgruppe der Brunsbütteler Segler. „In diesem Jahr haben wir uns über zahlreiche Neuzugänge gefreut“, verriet der Jugendvorsitzende. Im Rahmen zweier Projektwochen hatten Grundschüler die Möglichkeit genutzt, um das Segeln einmal kennenzulernen. Viele der Teilnehmer entschieden sich im Anschluss dafür, dabei zu bleiben. „Vereinssegeln ist längst nicht so teuer, wie viele glauben.“

Um auch den Anfängern die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen im Wettfahrtsegeln zu sammeln, wurde auf Initiative der SVB in diesem Jahr die Opti-Liga Unterelbe gegründet. Nachwuchssegler aus Brunsbüttel, Glückstadt Kollmar und Beidenfleth treten bei Regatten gegeneinander an. „Es haben bereits weitere Vereine ihr Interesse bekundet. Sie wollen im kommenden Jahr ebenfalls mitmachen“, freut sich Fynn Ausborm über das große Interesse.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen