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Deutsch-Polnischer Abend : Kennenlernen mit Bigos und Zur

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Gelungene Partnerschaftsveranstaltung in Brokdorf mit Spezialitäten wie Krauttopf und Sauermehlsuppe.

Vorurteile abbauen, einander besser akzeptieren: Mit diesem Ziel hatte der Arbeitskreis zur Pflege und zum Ausbau der Partnerschaft mit der Gemeinde Mlynary den ersten deutsch-polnischen Abend für die Einwohner Brokdorfs initiiert. Bürgermeisterin Elke Göttsche steht hinter Gero Kleis und Olaf Stahl, die als Sprecher des Arbeitskreises fungieren. „Es wäre im Interesse der Gemeinde, wenn noch mehr Bürger sich in diese Partnerschaft einbringen würden“, rief Elke Göttsche zum Mitmachen auf.

Bereits 2002 konnte Gero Kleis den Kontakt nach Polen aufbauen, die Partnerschaft kam allerdings erst zehn Jahre später zustande. Im August 2012 fuhr eine Delegation von Brokdorf nach Mlynary, um dort den Partnerschaftsvertrag zu unterschreiben. Bisher haben schon einige gegenseitige Besuche stattgefunden und sich Freundschaften entwickelt. Das merkte man auch, als Gero Kleis eine Grußkarte zum Osterfest von den Bürgermeistern Grzegorz Boll und Ryszard Zajac verlas und Dolmetscherin Danuta Kosobudzka zu Beginn der Veranstaltung aus Mlynary anrief, um den Brokdorfern einen schönen Abend zu wünschen.

Für ein polnisches Essen hatte Ingo Engelbrecht gesorgt. Er lieferte den traditionellen Eintopf Bigos. Für den polnischen Krauttopf gibt es viele unterschiedliche Rezepte. „Mir gefiel dieses hier am besten“, sagte Engelbrecht und zählte die Zutaten auf: Sauerkraut und Weißkohl, Rindfleisch, Kasseler, Speck und Wurst, werden zusammen mit Schweineschmalz, vielen Zwiebeln, Äpfeln, Tomaten und Knoblauch geschmort und mit Gewürzen wie Kümmel, Lorbeer, Piment abgeschmeckt, außerdem Rinderbrühe und Rotwein angegossen. Von diesem angießen könnte der Name Bigos = Beiguss stammen, wie Regina Peters erklärte.

Barbara und Mariusz Pawlowski waren die ersten Aussiedler, die 1989 nach Wilster kamen, mittlerweile lebt die Familie in Brokdorf. Zuhause wird viel Polnisch gekocht und die beiden bereicherten das deftige Abendessen mit der Sauermehlsuppe Zur. „Eine Gemüsesuppe, die mit einer Art flüssigem Sauerteig gekocht wird“, versuchte Barbara Pawlowski das Rezept einfach zu erklären. Angerichtet wird mit einem halben gekochten Ei und gehackter Petersilie. Das Ehepaar freute sich über das große Interesse an ihrer Heimat und will den Arbeitskreis gerne unterstützen.

Zirka 40 Teilnehmer hatten sich für den Abend angemeldet und sahen nach dem Essen Fotos, die Heinz Oesau von der Gemeinde Mlynary bei den Besuchen aufgenommen hatte. Mlynary/Mühlhausen ist eine Gemeinde im Landkreis Elbing mit zirka 1800 Einwohnern. Am 7. Juni feiert der Ort die 30-jährige Wiedererlangung der Stadtrechte. Zu den Feierlichkeiten ist eine Delegation aus Brokdorf eingeladen. Wer Lust hat, die Abordnung zu begleiten, sollte sich schnellstmöglich bei Elke Göttsche informieren.

Olaf Stahl stellte den im Januar gegründeten Arbeitskreis vor. „Wir sind ein politisch unabhängiges Gremium, das die Partnerschaft mit Mlynary ausbauen und pflegen will.“ Es sollen Kontakte auch im Jugendbereich vermittelt und Freundschaften gefördert werden. „Wir wollen einen Austausch auf allen Ebenen“, so Stahl. Wer mitmachen möchte, kann sich ohne Mitgliedschaft anmelden, die Koordination haben Gero Kleis und Olaf Stahl. Das nächste Treffen findet am Donnerstag, 8. Mai, um 19 Uhr im Haus der Vereine statt. Die Fahrt zum Stadtrecht-Jubiläum ist vom 5. bis 8. Juni geplant.

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