zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 17:29 Uhr

Kommunalpolitik : Keinen Bock auf Jugendparlament

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ratlosigkeit im Brunsbütteler Rathaus: Für die Wahl am 6. Oktober hat sich noch kein Bewerber gemeldet. Der Bürgermeister bietet Info-Gespräche an.

von
erstellt am 16.Sep.2014 | 12:09 Uhr

Bürgermeister Stefan Mohrdieck mag es gar nicht glauben: Für die Wahl zum Brunsbütteler Jugendparlament hat sich bislang noch kein einziger Bewerber gemeldet. Die Frist läuft am Freitag ab. Gesucht werden wenigstens 15 Kandidaten aus der Altersgruppe zwölf bis 22 Jahre. Das sind in der Schleusenstadt immerhin 1550 junge Menschen. Sie alle haben Post von der Verwaltung bekommen, wurden so auf die Wahl am 6. Oktober und die Bedeutung des Gremiums hingewiesen. Es wurden Flyer verteilt mit dem eindeutigen Hinweis: „Wir suchen Dich!“, über das Jugendparlament informiert die Stadt auf ihrer Homepage und natürlich auch auf Facebook. Und nun herrscht Ratlosigkeit. Brunsbüttels junge Bürger haben offenbar keinen Bock auf Kommunalpolitik.

Stefan Mohrdieck mag das so nicht akzeptieren. Er sucht vielmehr nach Gründen, warum sich bislang niemand beworben hat. Aus einzelnen Gesprächen mit Jugendlichen weiß er, dass es die Sorge gibt, Gemeinschaftsschüler kämen nicht zum Zuge. Das, betont der Verwaltungschef, sei völlig unbegründet. Idealerweise seien die Jugendlichen aus allen Schulen und Ausbildungsberufen in der Stadt in einem Jugendparlament vertreten. Natürlich in möglichst unterschiedlichen Altersgruppen. So bekäme die Ratsversammlung und ihre Gremien ein breit gefächertes Bild der Meinung ihrer jungen Mitbürger.

Vielleicht ist diese Form der Mitbestimmung über das eigene Lebensumfeld in der Schleusenstadt einfach nur zu ungewohnt. Ein Jugendparlament gab es bislang nicht. Erst Grauen-Ratsherr Heinz Zindler schrieb sich dies Ende vorigen Jahres auf die Fahne. Er hofft, über ein Jugendparlament, das keine parteipolitische Zugehörigkeit voraussetzt, irgendwann Nachwuchs für die Stadtpolitik gewinnen zu können. Oder, wie der Bürgermeister sagt: „Das sind die Entscheider über Brunsbüttels Zukunft von morgen.“

Das geplante Jugendparlament, dessen Mitglieder auf zwei Jahre gewählt werden und sogar ein kleine Aufwandsentschädigung bekommen, solle so selbstverständlich in die Abläufe integriert werden wie etwa Gleichstellung oder Datenschutz. „Der Blickwinkel von Jugendlichen ist für mich wichtig. Das ist eine Frage der Vielfalt.“

Klar, sagt Mohrdieck, gebe es eine Alternative: projektbezogene Mitarbeit. Aber dies sei einerseits aufwendig und andererseits nicht immer das ideale Mittel. Es gebe Themen, die gar nicht projektbezogen diskutiert werden können. Etwa die Frage: „Was fehlt jungen Leuten in der Stadt?“

Offenbar gebe es Vorbehalte. Das sei schade, hofft der Bürgermeister auf doch noch eingehende Bewerbungen von Kandidaten. Die sollen sich dann am 2. Oktober im Mehrgenerationenhaus bei der Jugend-Einwohnerversammlung (17.30 Uhr) vorstellen.

Offene Fragen zum Thema Jugendparlament seien dazu da, ausgeräumt zu werden. Stefan Mohrdieck bietet Gesprächsbereitschaft an: Idealerweise per E-Mail (buergermeister@stadt-brunsbuettel.de). Damit die jungen Einwohner sich überzeugen lassen und sich nach dem 6. Oktober auch sinnvoll bei Entscheidungen für ihre Stadt mit einbringen können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen