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Norddeutsche Rundschau

13. Dezember 2017 | 16:39 Uhr

Keine Rufbereitschaft für Bauhof

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 21.Jun.2016 | 17:13 Uhr

Eine Rufbereitschaft für Mitarbeiter des städtischen Bauhofs wird es erst einmal nicht geben. Die Kosten dafür hatte die Verwaltung mit knapp 15    000 Euro pro Jahr hochgerechnet. Hinzu gekommen wären noch unkalkulierbare Ausgaben für tatsächliche Einsätze außerhalb der regulären Dienstzeiten. Das schreckte die Mitglieder des Bauausschusses sichtlich ab – zumal nicht wirklich eine Notwendigkeit für eine ständige Verfügbarkeit von städtischen Mitarbeitern erkennbar wurde.

Auf die Tagesordnung war das Thema geraten, weil im Falle eines Falles Anrufe in den Abendstunden oder an den Wochenenden erst einmal beim Bürgermeister landen. „Der kann dann losgehen und ein umgefallenes Schild selbst wieder aufstellen oder eine wilde Telefonkette auslösen“, umschreibt Roman Stöckmann vom Bauamt beim Amt Wilstermarsch das übliche Szenario. Stöckmann betonte, dass derartige Fälle überhaupt nicht vorhersehbar seien. Allerdings seien sie auch recht selten. Aus diesem Jahr sei der Verwaltung jedenfalls noch kein Fall bekannt, wo Bürger-Erwartungen erfüllt werden mussten, aber nicht konnten.

„Eine Dauerbereitschaft ist unserem Haushalt nicht angemessen“, verwies Bürgermeister Walter Schulz auf die chronisch leere Stadtkasse. Bei Bedarf werde eine Erstabsicherung ja auch von der Feuerwehr vorgenommen, die inzwischen auch über einen Schlüssel zum Bauhof verfüge und sich mit eventuell notwendigen Geräten oder Materialien versorgen kann. „Auch der Bauhof hat irgendwann einmal Feierabend“, warf CDU-Fraktionschef Mark Dethlefs ein. Tatsächlich hätte es für die Mitarbeiter eine erhebliche Umstellung mit sich gebracht. Passende Dienstpläne müssten erstellt werden, Beschäftigte dürften sich nicht zu weit von Wilster entfernen, damit sie auf Abruf schnell ihre Arbeit aufnehmen können. Laut Verwaltung liege tariflich eine Rufbereitschaft schon dann vor, wenn Mitarbeiter mit einem Handy ausgestattet werden. Neben Bereitschaftsentgelt würden noch Stundenlöhne sowie Nacht- und Feiertagszuschläge fällig. „Wir haben ja eine gute Feuerwehr“, verteilte Walter Schulz Streicheleinheiten in Richtung der bei der Sitzung anwesenden Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. Ausschuss-Vorsitzender Sven Horstmann wollte aber auch die Bevölkerung selbst nicht aus ihren Pflichten entlassen: „Ich appelliere an jeden Bürger zu selbstständigem Arbeiten.“

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