Kommunalpolitik : Keine Parkplätze für Behinderte

Machen sich stark für eine Kurzzeitparkfläche vor dem Bürgerhaus (v.li.): Heiner Gloyer, Edeltraut Debus, Dieter Schaaf, Klaus Tuttlewski, Hans-Jürgen Claßen und Burkhard Ehlers.
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Machen sich stark für eine Kurzzeitparkfläche vor dem Bürgerhaus (v.li.): Heiner Gloyer, Edeltraut Debus, Dieter Schaaf, Klaus Tuttlewski, Hans-Jürgen Claßen und Burkhard Ehlers.

Nein – hieß es aus der Verwaltung auf die Anfrage, ob auf dem oberen Marktplatz in Kellinghusen ein Kurzzeitparkplatz für Behinderte eingerichtet werden könnte. Verbände und Politik sind sauer.

shz.de von
18. September 2014, 17:00 Uhr

Langsam entstehe der Eindruck, die Stadt oder der Kreis hätten etwas gegen behinderte Menschen – ungehalten reagierte Dieter Schaaf, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands und Mitglied im Sozialausschuss. Seine heftige Reaktion erfolgte vor dem Hintergrund einer Park-Posse, die sich zu einer unendlichen Geschichte dehnt. Es geht um die Sonder-Genehmigung eines Kurzzeitparkens auf dem oberen Marktplatz für Menschen mit Beeinträchtigungen. Einen diesbezüglichen Antrag hatte der CDU-Politiker bereits im Januar gestellt. Auf die Frage nach einer Verwaltungsreaktion musste Ausschusschef Henning Schlüter (BFK) bereits zum zweiten Mal passen.

Zur allgemeinen Überraschung konnte Burkhard Ehlers, Vorsitzender des Seniorenbeirats (SBR), mit Informationen dienen. Dem SBR hatte die Verwaltung eine abschlägige E-Mail geschickt. Trotz der Ablehnung will Schaaf „am Ball bleiben.“

Unterstützung findet er bei Verbänden und Vereinen mit überwiegend älterer Klientel. Sie alle wollen ihren Mitgliedern und Gästen im Rahmen von vielerlei Veranstaltungen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. „Wir freuen uns, wenn alle kommen“, sagte Klaus Tuttlewski, Vorsitzender der Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen.

Wer korrekt parke, müsse einen zwar barrierefreien, aber längeren Fußweg zurücklegen, um den Eingang auf dem oberen Marktplatz zu erreichen, erklärte Edeltraut Debus, Vorstand der Pommerschen Landsmannschaft. „Das schaffen viele nicht“, so Hans-Jürgen Claßen, Vorstand vom Sozialverband Kellinghusen. Gerade hätten zwei Ehepaare aus der Umgebung erklärt, deshalb nicht mehr kommen zu können. „Auch die Awo ärgert sich über diese Ausgrenzung“, erklärte im Namen des Verbands Burkhard Ehlers.

Dieter Schaaf sagte: „Niemand will aufgemalte Parkflächen, wir wünschen uns nur eine Teilhabe aller Gruppen am sozialen Leben.“ Idee in der Runde: Ein mobiles Hinweisschild könnte im Bürgerhaus gelagert und für die Dauer von Veranstaltungen vom jeweiligen Gastgeber aufgestellt werden.

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